Wo ist die Vernunft zuhause?


“Niemandem nützt eine ‘schwarze Null’ bei nicht mehr bezahlbarem Wohnraum oder bei Missständen im Pflegebereich – darauf werden wir dringen”, sagte Trittin den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Prioritär seien Investitionen: “Entlastungen brauchen vor allem Familien mit Kindern und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen.”
spon

100:30 – Was wird aus der offenen sozialen Flanke und der brüchigen (digitalen) Struktur im Lande?

Der jüngste Presseclub hatte u.a. Stephan Hebel zu Gast, der deutlich machte: Mit der Aufgabe der Umverteilung (besser: Rückverteilung á la Lafontaine) durch die Grünen, die offenbar eine Vermögenssteuer nicht weiter verfolgen wollen, werde eine Jamaika-Koalitions in Deutschland nichts Grundlegendes ändern.

Ich meine: Ein Weiter-so erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass die Gefahren einer “rechten Rebellion” (Hans-Ulrich Jörges im STERN, 12.10.2017, Seite 16) sich zur Realität verdichteten. Man höre dem Autor und Publizisten Hebel aufmerksam zu. Zum Beispiel fragt er auch nach einer größeren Steuerlast der best Verdienenden und Reichen im Lande. Und in der Tat: Was wären schon 30 Milliarden EURO? Ein freiwillig auferlegtes schmales Spiel-Feld, bei dem die schon heute Ausgegrenzten weiterhin “draußen” blieben. Alldurchwaltende Vernunft ginge freilich anders.
mkv

“Alldurchwaltend”: Alles durchwaltend: Alles ganz beherrschend”
Wörterbuch der deutschen Sprache

Dazu:
Zur Arbeit von Stephan Hebel bei der FR etc..

Dazu:

Der Fetisch schwarze Null

Dazu:
“Mit rationaler Politik hat das schon lange nichts mehr zu tun, das ist pure Verrücktheit – bzw. im Fall der FDP und des CDU-Wirtschaftsflügels wohl eher Klientelwirtschaft, weil allen Ernstes der Staat sein Tafelsilber (seine Beteiligungen) verkaufen soll, um Steuersenkungen für Superreiche zu finanzieren. Ich frage mich, ob die Bevölkerung irgendwann einmal aufwacht, wenn die öffentliche Hand in ein paar Jahrzehnten schuldenfrei ist, dafür die Infrastruktur völlig ruiniert, die Schulen schon lange privatisiert und für jede einzelne Leistung des Staates Gebühren bezahlt werden müssen.”
NDS

Dazu:

Vergesst die Krise!
Warum wir jetzt Geld ausgeben müssen
von Paul Krugman
books.google

Der Nobelpreisträger erklärt, dass Staaten, die reich sind an Ressourcen, Talent und Wissen – den wesentlichen Zutaten für Wohlstand und einen anständigen allgemeinen Lebensstandard -, in der jetzigen Lage nur durch Investitionen, also weitere Schulden auf Zukunftskurs steuern können. Eine schnelle und deutliche Erholung ist in greifbarer Nähe – einzig es fehlt die politische Weichenstellung. Krugmans Weckruf lautet: Wir sparen uns zu Tode!
campus-verlag

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