Wo ist das Rot im Gesicht der Chefredakteure?


Unsere Verfassungen gehen aus dem Leim und die Medienchefs schauen zu

Bis zu 250 Tausend Demonstranten zogen vor kurzem durch Berlin und bekundeten ihren Protest u.a. gegen TTIP. Die “sichtbare” Ignoranz der Medienvertreter, die in verantwortungsloser Weise ihrer demokratischen Aufgabe der Berichterstattung kaum bis schlecht nachkamen, ist sie nicht ein weiterer Beleg dafür, dass die sog. VIERTE GEWALT an der “Umformung der Verfassung” – am Ende auch zu ihrem eigenen Schaden – wider alle Vernunft mitwirkt?

Doch wer hat schon wenigstens einen der Chefredakteure in der darauf folgenden Woche mit einem vor Scham leuchtenden roten Kopf durch die Medienhäuser, auf den Straßen der Republik irrlichtern sehen?

Heute gibt ein Politikwissenschaftler den NDS ein erhellendes Interview. Er stellt das Geschehen in den Gesamtzusammenhang; er macht deutlich, wie der Freihandel u.a. zur Vertiefung der Krise der Demokratie, wie wir sie gute 60 Jahre kannten, beiträgt.

Der Quasi-Ausfall der Medien ist ein Offenbarungseid.

Wir sehen die Verformungen der Verfassungen der Länder, hin zu einer Loslösung der Konzerne in einer postdemokratischen Zeit. Wir sehen die Machtlosigkeit des Parlamentarischen und damit die Tatsache, dass die Mehrheit der jeweiligen Bürgerschaft nicht (mehr) demokratisch vertreten ist. Die Medien haben sich auf die Seite einer renditegierigen und rücksichtslosen Minderheit geschlagen, liebäugeln mit deren Interessen auch im Auftrag ihrer Eigner und leisten so einen fragwürdigen Beitrag zu den sich verstärkenden postdemokratischen Verhältnissen. Dass sie sich am Ende selbst abschaffen werden, sollte sich doch allmählich herumsprechen.

Deutlich wird das Postdemokratische an den verschiedenen Freihandelsabkommen und ihren Folgen und an der wirklich wirklich sprachlos machende Tatsache ist, wie Merkel und Gabriel z.B. TTIP die Tür öffnen wollen: Wäre doch eine solche “Partnerschaft” für die Menschen in diesem Land nichts anderers als ein weiterer Schritt weg von demokratischen, sie auch schützenden Verhältnissen.
mkv

Dazu:

  • Buch „Formwandel der Verfassung“*

Interview mit Kolja Möller, Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Exzellenzcluster „Normative Orders“ an der Goethe-Universität Frankfurt. Das Interview führte Patrick Schreiner.

NDS

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