Wir wollen mehr Mut wagen! Und alles besser machen!


In Anlehnung an Brandt erscheint eine solche Forderung in Richtung der Partei Die Linke wie der SPD als Gebot der Stunde. Um den weiteren Niedergang zu stoppen und um die am Horizont aufscheinende künftige Barbarei zu verhindern.

Dazu:

Die Linkspartei vertritt sozialpolitisch genau das: ein bisschen mehr Mindestlohn, ein bisschen mehr Rente, ein bisschen mehr Wohnraum. Vom Absturz der Volksparteien profitieren aber nicht die Linken, sondern die AfD und die Grünen.

Weil es nicht die Rolle der Linkspartei ist, die SPD zu ersetzen. Sie hat sich als Reaktion auf die neoliberale SPD gegründet. Die ist mittlerweile so stark von ihrer Grundidee abgerückt, dass es für die Linke nicht mehr reicht, sich an ihr abzuarbeiten und ihr ins sozialdemokratische Gewissen zu reden. Die Linkspartei müsste mutiger auftreten und sagen: Die Alternative zur aktuellen Lage kann nur in mehr Sozialismus bestehen, sonst driften wir in die Barbarei. Im besten Fall findet die SPD dann auch wieder zu ihrem „Ein bisschen mehr“ zurück.

(…)

Liegt es also vor allem an den Personen, dass auch die Linkspartei stagniert?

Nein, noch wichtiger ist wohl, dass die Linken nur noch eine negative Erzählung anzubieten haben. Es geht immer nur gegen die SPD, gegen die GroKo, gegen den Neoliberalismus. Die Linken brauchen wieder eine Vision. Das ist auch ein Teil der Neuen Klassenpolitik. In Zeiten großer Unsicherheit reicht es nicht mehr, den Leuten kleine Verbesserungen zu versprechen, die dann in einer Regierungskoalition mit Konservativen oder Wirtschaftsliberalen noch nicht einmal richtig umgesetzt werden können. 1998 trat Gerhard Schröder für die SPD mit dem Slogan an: „Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser machen.“ Die Linken müssten jetzt sagen: „Wir wollen nicht nur alles anders, sondern auch alles besser machen.“

Ines Schwerdtner, Redakteurin bei Ada, im Interview mit Christian Baron
FREITAG

Dazu:

Ada Magazin

Eine linke Stimme zu den aktuellen Entwicklungen“ will Ada laut Sarah Nagel sein. Eine Stimme, die auch über aktuelle Diskurse und Grenzen hinausschaut. Deshalb auch der Name Ada – türkisch für Insel. Wobei es nach Angaben der Redaktion nicht darum geht, auf der Insel zu verbleiben, sondern von dort aufzubrechen. Drei bis fünf Texte möchte man künftig wöchentlich online stellen. Finanziert wird das Projekt von privaten Spendern. Acht Redakteure arbeiten bei Ada – alle ehrenamtlich. Einige sind bei der Linkspartei aktiv.
TAZ

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