(Wert)Konservativ


Zur grün-schwarzen Regierung im Ländl schreibt Albrecht von Lucke:

“Anstatt Vorreiter einer globalen Gerechtigkeitspolitik zu sein, verkörpern die regierenden Grünen weit eher die saturierte Mitte, die sich in ihrer regionalen Wohlfühlpolitik allzu behaglich eingerichtet hat. Statt grün-schwarzer Besitzstandswahrung verlangt wirklicher Wertkonservativismus gerade heute ein radikales globales Umdenken, inklusive massiver Umverteilung nach universalistischen Maßstäben. Oder wie es die Kanzlerin in erstaunlicher Offenheit sinngemäß bei „Anne Will“ ausdrückte: Ohne eine Reduktion des globalen Wohlstandsgefälles wird die Flucht aus dem globalen Süden letztlich nicht zu verhindern sein.

Diese durchaus linke Einsicht ihrer Politik zugrunde gelegt, könnte aus Grünen und Schwarzen tatsächlich eine wertkonservative Koalition werden. Doch aus dem Munde Winfried Kretschmanns wird man auf eine derartig radikale Aussage wohl vergeblich warten müssen. Stattdessen erklärte er soeben Verzicht zu einer Kategorie von gestern: „Verzicht – das hat nie funktioniert.“

Vielleicht sollte er sich bei dieser Gelegenheit lieber an die in seinen Augen wichtigste Grüne erinnern, eben an Petra Kelly. Für diese stand die Kritik an der westlich-kapitalistischen Konsumgesellschaft stets im Mittelpunkt ihrer Politik. Materieller Verzicht korrespondierte hier mit einem Gewinn an Zeit und geistiger Freiheit. Das war die ursprüngliche grüne, wertkonservative Utopie der Freiheit.”
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/juni/gegen-68-gruen-schwarz-und-der-kulturkampf-der-afd

Anm.: mkv

Wie noch das Wohlstandsgefälle reduzieren? Dazu schreibt Oliver Meiler, SZ, heute:

Flüchtlingspolitik muss den Notfallmodus verlassen

Es wäre Zeit, größer und couragierter zu denken. Nicht nur im Notfallmodus, sondern perspektivisch, langfristig.

Die Italiener zum Beispiel schlagen vor, Europa sollte in ganz großem Stil Afrika dabei helfen, sich selbst zu entwickeln – damit die Menschen in Afrika bald gute Gründe hätten, daheim zu bleiben: Jobs, Zukunft, ein würdevolles Leben. “Migration Compact” heißt der Plan.
SZ

Dazu:

Migration Compact
http://www.governo.it/sites/governo.it/files/immigrazione_0.pdf

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