Welterbekonvention - Rechtliche Rahmenbedingungen und Verpflichtungen

Nicht die „Selbstanzeige“ der Verantwortlichen in den Welterbestätten oder der Denkmalämter, sondern Eingaben von Bürgern, Vereinen und Initiativen sind es in der Regel, die die großen Konflikte vor das Welterbekomitee bringen. Das war in Köln nicht anders als in Dresden.

Vor dem Hintergrund der S.D. Albert II. Fürst von Thurn und Taxis gewährten und gerichtlich angefochtenen Baugenehmigung
(Hotel und Tiefgarage), sei hingewiesen auf die Präambel der Welterbekonvention:

Auszug:

Es ist “Aufgabe der internationalen Gemeinschaft als Gesamtheit ist, sich am Schutz des Kultur- und Naturerbes von außergewöhnlichem universellen Wert zu beteiligen, indem sie eine gemeinschaftliche Unterstützung gewährt, welche die Maßnahmen des betreffenden Staates zwar nicht ersetzt, jedoch wirksam ergänzt“.

Lesen Sie den Bericht über die Veranstaltung im Runtingersaal (24. Jänner 2008) im Wochenblatt

Eingaben setzen den Verwaltungsapparat in Gang, was in Deutschland zu folgendem Ablauf führt: Das Welterbezentrum bittet Deutschland als Vertragsstaat über die Ständige Vertretung bei der UNESCO um Stellungnahme, diese leitet die Bitte an das Außenministerium weiter, welches das Schreiben der Kultusministerkonferenz übermittelt, die es dem zuständigen Landesministerium übergibt, das schließlich die zuständigen Behörden und die betroffene Welterbestätte informiert und um Stellung-nahmen bittet. Daraus wird ein Bericht gefertigt, der nun in umgekehrter Richtung das Welterbezentrum erreicht, welches
ihn zur Bewertung an die Beratungsorganisationen übergibt. Aus Bericht und Bewertung wird eine Vorlage für das Welterbekomitee mit Votum gemacht. Weil der Tagungsordnungs-punkt „State of Conservation“ inzwischen der umfangreichste ist, gibt es die Kategorien „Kenntnisnahme“ oder „Aussprache“, in die die Vorlagen je nach Schwere des Falles eingeordnet werden, wobei jederzeit von den Mitgliedern des Welterbekomitees beantragt
werden kann, eine nur zur Kenntnisnahme vorgeschlagene Vorlage im Plenum zu diskutieren.

Angesichts der Probleme, die wir gerade in Deutschland mit großflächigen Entwicklungen und Infrastrukturmaßnahmen haben, ist die Entwicklung einer „Welterbeverträglichkeitsprüfung“
mit einem Katalog der abzuarbeitenden Fragestellungen und
der zu beteiligenden Institutionen zu empfehlen. Wichtig in diesem Zusammenhang scheint mir der Hinweis, dass nicht die nationalen Einrichtungen der Beratungsgremien vom Welterbekomitee als unabhängige Gutachter akzeptiert
werden, sondern nur nicht aus dem betroffenen Vertragsstaat kommende Experten

Quelle: Frau Dr. Brigitta Ringbeck
Lesen Sie vor allem die letzten beiden Seiten dieses anspruchsvollen Textes – Einzelheiten

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