Unser lieber guter Qualitätsjournalismus


Was darf er und wenn JA wofür

Privilegiert durch Artikel 5 GG (mit dessen Schranken) sind Journalisten (Eine Definition findet sich im § 53 Absatz 1 Nr. 5 StPO) das Salz in der demokratischen, republikanischen Suppe. Sie wären es. Wenn sie wollten. Und dürften. Und wenn sie es könnten. So wie der Prantl Heribert. Zum Beispiel. Aber der wird durch die SZ-Wirtschafts-Redaktion quasi “neutralisiert”.

Kein Geringerer als “Deutschlands bekanntester Strafrichter” liest den Journalisten, und nicht nur diesen, aus gegebenem Anlass nicht vor, sondern die Leviten. Ob´s hilft?
mkv

P.S.

Zum “Skandal ersten Ranges” findet sich ein Leserbrief in der SZ (8./9. August 15), wo es u.a. heißt: Es “gilt daran zu erinnern, dass sich auf dem Boden unseres Grundgesetzes keine (Staats)Gewalt im rechts- und kontrollfreien Raum befindet; …. “. Die Frage bleibt, welche Edlen sich nicht auf diesem Boden bewegen und woran das ggf. läge. Etwa (auch) am Schweigen der Wissenden?

Dazu:

Anlässlich der Frage, was Journalismus darf, “erfährt man voller Erstaunen: Gerade der Qualitätsjournalist arbeitet an der untersten denkbaren Grenze seiner intellektuellen Möglichkeiten.”
Thomas Fischer in der ZEIT

Anregung: Lesen Sie dazu den laufenden User-Kommentar Nr. 137, denn: Die Ausführungen Fischers greifen insoweit viel zu kurz, als er die “Aufmunitionierung” der Geheimen (Stichwort: Big Data ohne konkreten Tatverdacht) kaum bedenkt.
Zur digitalen Selbstverteidigung!

Holla, die Waldfee!

Ein paar Zitate, weil so einprägsam wie durchschlagend

“Wurde im BGH heimlich Cannabis ausgegeben?”
“Oder sollte da am Ende doch nur ein Club von Sancho Pansas in den Kampf gezogen sein, die gemeinhin bei jedem obrigkeitlichen Windhauch den Kopf zwischen die Ohren ziehen?” (Richterbund)
“Da kann der Deutsche Richterbund in Gestalt des Vereins der Bundesrichter und Bundesanwälte noch so laut den Mond anbellen: Recht hat er nicht.”
“Ich kenne Redakteure angeblich bedeutender Medien, die eindeutig zu unintelligent oder zu ungebildet sind, um über halbwegs schwierige Rechtsfragen korrekt zu berichten, geschweige denn, sie fachkundig zu beurteilen, dies aber dennoch tagein, tagaus tun. Und bei dieser Aussage habe ich die Eitelkeiten des Richter- und Juristenberufs bereits abgezogen.”

Und:

“Das führt mich an den Anfang zurück: Was ist “Staatsmacht”, was ist “Pressefreiheit”, was “Verhältnismäßigkeit”? Mit kommt es vor, als ob “die Presse”, in welcher Form auch immer, eine absurde Macht über die Definition der Wirklichkeit und Wahrheit erlangt habe, in demselben Maß, in welchem ihre Glaubwürdigkeit und soziale Verbundenheit mit dem Bürger schwindet. Das Bild der Wirklichkeit ist eine wichtigere Nachricht als die Wirklichkeit selbst. Journalisten, deren intellektuelle Fähigkeiten und Fachkenntnisse gerade eben zum Zubinden der Schuhe und zum Auftragen von Mascara ausreichen, erklären Hunderttausenden von Medien-Konsumenten die Welt (wie sie ihnen oder ihren Marionettenspielern gefällt). Jede Kritik daran gilt als Angriff auf die Wahrheit. Jeder Bild-Reporter ist ein Freiheitskämpfer, und jeder Schnösel aus dem “Vermischten” ein legitimer Nachfolger von Karl Kraus. Vom Recht und seinen Darstellungen wollen wir gar nicht sprechen.”

“Helden, wohin man blickt.”

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