T+T Baugenehmigung und das Wien-Memorandum

Das Wien-Memorandum Welterbe und Zeitgenössische Architektur von 2005 fordert schlicht Respekt vor gewachsenen urbanen Landschaftsräumen. Gleichzeitig macht der neue Begriff des »urbanen Landschaftsraums« deutlich, wie viele Rücksichtnahmen notwendig sind, um keine »funktionalen, visuellen, materiellen und assoziativen« Beziehungsgeflechte zu stören.

Erhaltung historischer Stadtlandschaften

Die 2005 von der 15. Generalversammlung der Vertragsstaaten der Welterbekonvention verabschiedete “Erklärung zur Konservierung der historischen Stadtlandschaft” soll bis 2010 überarbeitet werden. Das Dokument, das auf dem “Wiener Memorandum” mit dem Untertitel “Welterbe und zeitgenössische Architektur – Zum Umgang mit der historischen Stadtlandschaft” basiert, ist in die Kritik geraten. Es sei zunehmend nicht zur Verhinderung, sondern zur Legitimation von problematischen Eingriffen in den historischen Bestand und die traditionelle Stadtlandschaft genutzt worden.

http://www.unesco.de/1892.html?&L=0

Je größer das Schutzgebiet, desto schwieriger wird verantwortliches Planen. »Veränderungen in diesem Geflecht können als Teil der Tradition anerkannt werden, verlangen aber eine Vision von der Stadt als Ganzem mit vorausschauender Planung.« Dies wünscht man sich nicht nur für Welterbestätten, bei denen vertragsgemäß der Bund in der Pflicht ist.

http://www.zeit.de/2006/30/Weltkulturerbe

Wien – Memorandum

Text ab Seite 64 http://www.europaforum.or.at/data/media/med_binary/original/1124895129.pdf

Das Wiener Memorandum wurde von der UNESCO weltweit mittlerweile als Richtschnur dafür anerkannt, wie man in gewachsenen, belebten, bewohnten Städten mit dem kulturellen Erbe umgehen kann, ohne es zu beleidigten, aber auch ohne Entwicklungen zu verhindern.

Beim Wiener Memorandum. „geht nicht mehr um das einzelne Objekt, sondern um die Stadt als Ganzes“, bringt Wilfried Lipp, Präsident von Icomos Österreich, den Inhalt auf den Punkt. Unter dem Begriff „historische Stadtlandschaft“ wird nicht mehr nur das einzelne Denkmal erfasst, sondern der Gesamtcharakter einer Stadt – auch außerhalb der Welterbezonen (5). In dem Papier heißt es, dass das historische Erscheinungsbild bewahrt bleiben soll, indem Volumen und Höhe neuer Architektur auf die bestehende Bausubstanz abgestimmt werden. Der Erhalt der historischen Sichtachsen spielt eine zentrale Rolle (18, 20). Die Stadt wird dabei ganzheitlich betrachtet, nicht mehr nur aus denkmalpflegerischer Sicht. Wirtschaftliche und soziale Veränderungen werden ebenso mit in die Überlegungen einbezogen (12). Gleichzeitig wird der „Fassadismus“, ein pseudohistorisches Design, grundsätzlich abgelehnt. Das Wiener Memorandum stellt laut Bandarin eine Empfehlung für das Welterbekomitee dar. Es bezieht sich auf die Städte, die bereits auf der Liste stehen oder zur Eintragung vorgeschlagen sind.

http://www.bauforum.at/ireds-11409.html

In der gegenwärtigen Diskussion über die Bedeutung des Kultur- und Naturerbes der Erde wird neben dem Erhalt und Schutz in immer stärkerem Maße hervorgehoben, dass die Welterbestätten eine wichtige Rolle zu übernehmen haben

als unverzichtbare Ressource zum Verständnis und zum anschaulichen Erleben der gemeinsamen Geschichte der Menschheit und als sinnlich erfahrbare Zeugnisse der Vielfalt und Würde vergangener und heutiger Kulturen, und als Orte der Begegnung mit fremden Kulturen,
als Spiegel menschlicher Kreativität und Anregung für eine humane und friedliche Gestaltung des Lebens in heutigen und künftigen Gesellschaften,
als Orte, an denen über den Begriff des Welterbes eine nationale Verortung der kulturellen Identität zugunsten eines universellen, allgemein menschlichen und interkulturellen Verständnisses von Kultur- und Naturerbe erweitert wird,
als Stätten der Bildung, an denen Kinder und Jugendliche den interkulturellen Zugang zur eigenen Geschichte, zur Geschichte anderer Völker und zur Geschichte der Erde erleben, kreativ gestalten und erlernen können.
http://www.unesco.de/luebecker_erklaerung.html?&L=0

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