Radikal und gewaltlos


Extinction Rebellion
(Vortrag)

“Mit Blockaden und anderen Protestaktionen will die Umweltschutzbewegung von Montag an nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen Großstädten in aller Welt auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam machen. Aktionen soll es unter anderem in London, Paris, Madrid, Amsterdam, New York, Buenos Aires sowie in den australischen Städten Sydney, Melbourne und Perth geben. Die Aktionen sollen mindestens eine Woche lang andauern. Wie genau sie dabei vorgeht, soll erst wenige Minuten vor Beginn der größtenteils unangemeldeten Aktionen bekannt gegeben werden.”
Berliner Zeitung

Dazu:

Das Klima kippt
bund.net

Dazu:

Und eine Bürgerversammlung soll über Maßnahmen gegen den Klimawandel entscheiden, nicht die Regierung.

Die Forderung nach der Bürgerversammlung war es, die Lorenz zu XR gebracht hat. Der 26-jährige Student aus Berlin findet, dass es mehr braucht als das jüngst von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket. “Die Politik ist nur auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet”, sagt Lorenz. Er will eine echte Bürgerversammlung. “Sie soll den Bundestag nicht abschaffen, sondern ergänzen”, sagt der Mathematikstudent und spricht von einem Losverfahren, das die Bürger ermittelt und zusammenbringt; von großen Arbeitskreisen, die Vorschläge entwickeln und beschließen.

ZEIT

Dazu:

CO2-Emissionen auf Rekordhoch
https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-03-26/record-carbon-emissions-seen-as-energy-use-grew-most-in-decade??

Dazu:

Mit einer angemeldeten Demonstration am Potsdamer Platz soll es beginnen. Danach sind überall in der Stadt Aktionen des zivilen Ungehorsams geplant.

Friedlich, wie alle versichern, auch Rike vom Deeskalationsteam. “Damit alle Bürger sehen, dass es nicht gefährlich ist und sich jeder uns anschließen kann”, sagt sie. Die Demonstrantin will ihren Teil dazu beitragen, dass eine kritische Masse an Menschen erreicht wird. Laut Roger Hallam [dem inhaftierten Biobauern, der eine Doktorarbeit über zivilen Ungehorsam schrieb]dem Begründer von Extinction Rebellion, braucht es 3,5 Prozent der Bevölkerung, um ein ganzes Land lahmzulegen. In Deutschland wären das mehr als 2,5 Millionen Menschen. Berlin soll nur der Anfang sein.
ZEIT

Dazu:

3. Leserbrief

Liebe NDS-Redaktion,

der Artikel ist nicht schlecht. Was fehlt, ist der Hinweis auf die Aussicht, dass das Umkippen des Klimas wesentlich schneller erfolgen kann, je nachdem, wieviel Methanhydrate vom Meeresboden des arktischen Ozeans sowie Methangase aus den auftauenden arktischen Permafrostböden entweichen. Für Interessierte dieses Themas siehe http://arctic-news.blogspot.com/. Methan ist übrigens 21 mal klimawirksamer als CO2. Sich zurücklehnen, Däumchen drehen, Netflix gucken, weil es „irgendwann“, aber “bestimmt nicht in meinem Leben” passiert, geht nicht.

Sowohl dieser Artikel als auch alle Diskussionsbeiträge, die ich bislang zur Thematik Klima oder, weiter gefasst, Zerstörung der irdischen Lebensgrundlagen gelesen habe (Hunderte), weisen einen entscheidenden Fehler auf, der keineswegs nur ideologisch begründet, sondern im Denken von Homo Sapiens fest verankert ist: Die Menschenwelt soll demnach eine eigene Veranstaltung sein, die quasi unabhängig von ihren physischen und biologischen Voraussetzungen existiert. Die Vorstellung vom Antagonismus von “Mensch” und “Natur” kam indes erst in der Nachfolge der neolithischen Revolution auf und wuchs sich in der kapitalistischen Gesellschaft zu einer alles überformenden Kategorie des Denkens und Handels aus. Den nicht-menschlichen Lebewesen wurde die Seele aberkannt, damit man sie ohne Skrupel für die eigenen Zwecke instrumentaliseren konnte, die Erde zum Bergwerk umdeklariert und ausgeplündert.

Wer sich ernsthaft um die Rettung der Menschen bemühen will, muss sich bzw. die Menschen daher als letztlich Teile der irdischen Lebewesen begreifen und sich auf deren Rettung konzentrieren. Es gibt keine Zukunft der Menschen, wenn es keine Zukunft für all diese Wesen gibt, die auf dem Land, in der Luft und im Wasser leben.

Auch für die Finanzeliten, die sich mit ihren Hilfstruppen irgendwo verschanzen, gibt es ebenfalls keine Rettung – sofern sie nicht, wie bei Vielen zu beobachten ist, in den fortschreitenden paranoiden Irrsinn fallen und ähnlich handeln wie vergangene Potentaten, die ihre Heimat angezündet haben. Nach dem Motto: wenn es für uns keine Zukunft gibt, werdet auch ihr alle sterben.

MfG
Anna Bödeker
NDS

Ihr Kommentar

Textile-Hilfe

Inhalt

Links

RSS Feeds

Suche