Latenz von Feindseligkeit


Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Teilen der sogenannten normalen BevölkerungWie damit umgehen?

Zitat:
Mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ sind Abwertungen und Diskriminierungen von Menschen allein aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit und unabhängig von ihrem individuellen Verhalten gemeint. Es geht also nicht nur um Rassismus, sondern auch um Antisemitismus, Abwertung und Diskriminierung von Homosexuellen, Obdachlosen, Behinderten, Flüchtlingen, Islamfeindlichkeit. Auch Sexismus und Etabliertenvorrechte gehören dazu. Dahinter steckt eine Ideologie der Ungleichwertigkeit als gemeinsamer Kern. Diese Abwertungen haben die Funktion, sich selbst aufzuwerten und Überlegenheit zu demonstrieren. Solche Ausprägungen finden wir aktuell in dem Kontext von Chemnitz im Zusammenwirken mit den schon erwähnten Faktoren, die auf der Straße sichtbar geworden sind. Aber die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Einstellungsmuster ist weit verbreitet in Deutschland.
Zitatende

Ein außer-ordentlich aufklärerisches Interview, dass der Soziologe und Erziehungswissenschaftler Wilhelm Heitmeyer den NDS gab.

Die Infos sollte man wirklich teilen.

Den von Professor Heitmeyer erwähnten weit-sichtigen Aufsatz bereits von 2001 finden Sie hier konkretisiert; und darauf aufbauend eine vertiefende Abhandlung von Gerd Wiegel mit dem Titel Demokratieentleerung und autoritärer Kapitalismus (Z.).

Zitat:

Verschärfte Tendenzen in Ostdeutschland?
Der Zusammenhang von verschärfter sozialer Problemlage, demokratiekritischen Einstellungen und autoritären Anfälligkeiten ist in den meisten empirischen Studien evident. Für Ostdeutschland trifft dieser Befund in noch verstärktem Maße zu, ist die Dimension der sozialen Krise und der allgemeinen Verunsicherung hier doch noch um einiges größer. Ohne voreilige Schlussfolgerungen zu ziehen liegt es doch nahe, die verbreiteten Demokratiezweifel und den verstärkten Hang zu autoritären Lösungen, der sich auch in der stärkeren Ausbreitung rechtsextremistischer Einstellungen niederschlägt, vor dem Hintergrund dieser sozialen Problemlage zu sehen.

Zitatende

Ein Interview mit Herrn Heitmeyer vom Frühjahr 2018 findet sich unter
https://www.tutzinger-diskurs.de/heitmeyer

Zitat:

Von der flotten Definition [der Afd] als „Rechtspopulisten“ habe ich mich inzwischen verabschiedet. Ich denke, man sollte sich davor hüten, diesen Begriff noch weiter zu verwenden. Es handelt sich dabei um eine Verharmlosung, die der Entwicklung der Partei keine Rechnung trägt. Die AfD repräsentiert inzwischen sehr deutlich einen autoritären Nationalradikalismus.

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