Kommentare

Über die Fehleranfälligkeit des intuitiven Denkstils

Die Gefährlichkeit von Bauchentscheidungen

Dazu:

Warum Entscheidungen nach Tagesform gefährlich sind

Ob im Gericht, in Schule oder Krankenhaus: Fachleute entscheiden oft nach Bauch. Ungerecht und teuer, sagt Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman.

heise.de

Es droht ein Kaufkraftverlust für Hartz-IV-Empfänger und Bezieher von Altersgrundsicherung

„Es darf nicht passieren, dass die Bundesregierung die Armen wieder einmal im Regen stehen lässt. Wenn jetzt schon absehbar ist, dass sich die Grundsicherungsleistungen zu Beginn nächsten Jahres noch weiter vom tatsächlichen Bedarf der Menschen entfernen, muss sofort gehandelt werden. Alles andere wäre ein armutspolitisches Armutszeugnis“, sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

“Nach Berechnungen der Paritätischen Forschungsstelle müsste ein wirklich armutsfester Regelsatz für einen alleinlebenden Erwachsenen bereits jetzt 644 Euro statt den geltenden 432 Euro betragen.”

Armut und Corona

Jetzt muss zuerst sichergestellt werden, dass sich alle Menschen, die an der Armutsgrenze leben, auch mit FFP2-Masken schützen können. Einige Bundesländer geben diese Masken kostenlos an Bedürftige (etwa Bayern) oder zahlen einen kleinen Zuschuss (wie Hamburg), aber in etlichen Ländern fehlt ein solches Angebot noch (Thüringen will es, hat es bei Redaktionsschluss aber noch nicht beschlossen). Das ist eine Aufgabe der Länder, denn sie verordnen die Maskenpflicht.

Der Bund kann und sollte darüber hinaus einen befristeten Zuschlag zu Hartz IV und zur Grundsicherung im Alter beschließen. Ob es 100 Euro im Monat sein sollen, wie zum Teil gefordert, oder ein etwas höherer oder kleinerer Betrag, darüber mag man streiten – bloß nicht zu lang. Nicht nur Unternehmer, auch die Armen brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe.
DIE ZEIT

Dazu:

Einmalig breite Allianz fordert Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro und weitere Corona-Soforthilfen für arme Menschen

Gemeinsame Pressemeldung vom 25.01.2021

Der Paritätische

"Die im Dunkeln sieht man nicht“

70 Zeitzeugen-Berichte von NachDenkSeiten-Lesern über die inhuman erscheinenden Auswirkungen der von der Politik verfügten Pandemie-Maßnahmen

Ausführlich bei der Wochenzeitung DER FREITAG, wo auch die Rolle der Medien und ihre eingenommene Haltung zur Pandemie trefflich gerügt wird.

Dazu:

Die im Dunkeln sieht man nicht
70 Zeitzeugen zu den missachteten Folgen der Corona-Politik
12 EURO
Westendverlag

Unsichtbares Leid

70 Zeitzeugen berichten von den harten Folgen der Corona-Einschränkungen – vom Logistikarbeiter über die Psychotherapeutin und die alleinerziehende Mutter bis zum Gastwirt, von Eltern betroffener Kinder über einsame Alte bis zur Sängerin, Honorarkräfte, Teilzeitarbeitende, Musiker, Theaterleute, psychisch Kranke. In ihren Berichten wird sichtbar, dass der andauernde Ausnahmezustand viel Leid zur Folge hat. Die uns alle umtreibende Politik muss die menschlichen, sozialen und existenziellen Folgen endlich beachten. Der Buchtitel ist Bert Brecht nachempfunden: „Die im Dunkeln sieht man nicht.“ Dieses Buch soll dazu beitragen, sie sichtbar zu machen.

Dazu:

Welche Schäden entstehen durch Lockdowns?

Es ist davon auszugehen, dass Regierungen immer eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen, bevor sie Maßnahmen oder Gesetze beschließen, vor allem dann, wenn diese wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf viele verschiedene Bereiche der Gesellschaft haben werden. Die weltweiten Lockdowns als Reaktion auf die Covid-Pandemie stellen wahrscheinlich die größten und extremsten Eingriffe dar, die westliche Regierungen seit dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt haben. Man sollte also wirklich annehmen, dass sogar eine sehr sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt worden ist, bevor solch einschneidende Entscheidungen getroffen werden. Von Sebastian Rushworth, aus dem Englischen von Henning Rosenbusch.
NDS

Der immerwährende Hartz-IV-Skandal

Vergessen hat die Regierung die Armen nicht
Existenz – Vielmehr schließen Union und SPD Hartz-IV-Berechtigte und andere ganz bewusst von Hilfsmaßnahmen aus

von Christoph Butterwegge

FREITAG

Dazu:

Bettina Grimmer
Folgsamkeit herstellen
Eine Ethnographie der Arbeitsvermittlung im Jobcenter

Die ›Aktivierung‹ von Arbeitslosen ist das vorrangige Ziel des deutschen Jobcenter-Systems. In einer ethnographischen Studie geht Bettina Grimmer dem Prozess der Arbeitsvermittlung auf den Grund und zeigt, dass die Gespräche zwischen den Vermittlern und ihren Klienten eine erstaunliche Eigenlogik besitzen, die sich weder mit der Logik der Gesetze noch mit den subjektiven Deutungen der Teilnehmenden vollständig deckt. Das Ziel ist nämlich weniger die Aktivierung der Klienten als vielmehr die interaktive Herstellung von Folgsamkeit: Durch symbolische Gewalt werden die Klienten der symbolischen Ordnung des Jobcenters unterworfen. Das Jobcenter erscheint in diesem Licht als – wenn auch unvollendetes – neoliberales Projekt.
Zum Verlag samt Glieder und und Leseprobe

Anna Mayr
Die Elenden
Warum unsere Gesellschaft Arbeitslose verachtet und sie dennoch braucht
Thalia

“Mayr beschreibt anschaulich und gut lesbar, wie Arbeitslose in allen gesellschaftlichen Bereichen ausgegrenzt werden und welche körperlichen, ökonomischen und kulturellen Nachteile für sie daraus entstehen. … Ein aufrührendes und thesenstarkes Buch.”
Christopher Wimmer, Die Tageszeitung, 13.10.20

“Ein analytisches, ein politisches, aber auch ein sehr persönliches Buch aus der Perspektive derjenigen, die beide Welten kennt: die der Abgehängten und die der Arrivierten.“
Hilka Sinning, NDR Kultur, 24.08.2020

Hartz-IV-Satz bei 644 Euro?

Eigentlich!
NDS

Abgeschrieben !

Ausbeutung und Sozialstaat

1. Christian Brecht, 2. Juliwoche 2020
Die kapitalistische Gesellschaft ist hart, schnell, grausam und wenig solidarisch, sie ist von beträchtlichen sozialen Ungleichgewichten geprägt und kennt Wanderungsgewinner ebenso wie Modernisierungsverlierer …

Nationalisten, Neoliberale, Konservative und Pseudo-Sozialdemokraten bejubeln seit Jahren ein Wirtschaftssystem, das bei begrenzten natürlichen Ressourcen auf der Profitmaximierung durch die Ausbeutung von Menschen und Natur beruht. Gleichzeitig beschweren sich Nationalisten, Neoliberale usw. dann darüber, dass Menschen, die nichts mehr zum Fressen haben, dorthin “wandern”, wo es etwas zum Fressen gibt.
(Quelle: Siehe Ziffer 3)

2. Arbeitgeber warnen: Der Sozialstaat wird zu groß
(28. Juli 2020)
Für Sozialleistungen gibt die öffentliche Hand mehr als 1 Billion Euro aus im Jahr. Das geht so nicht weiter, sagt der Arbeitgeberpräsident Kramer. (…)
Kramer sagte: „Die Krise zeigt einmal mehr, dass wir nachhaltig wirtschaften sollten – das muss sich auch beim Sozialstaat bemerkbar machen, nicht nur beispielsweise in einer zukunftssichernden Klimapolitik. Es ist schon eine mehr als riskante Entwicklung, wenn der Sozialstaat jetzt schon das fünfte Mal in Folge stärker gewachsen ist als unsere Wirtschaft – mit mehr als 1 Billion Euro Umfang.“
Quelle: Frankfurter Allgemeine via NDS mit kritischer Anm.

3. „Corona offenbart schockierende Ungleichheit”
Interview: Thomas Piketty sieht in der Pandemie auch eine Chance für Veränderungen – Ende Mai 2020
Laura Spinney

Die C-Pandemie “könnte ein Anstoß zur Veränderung sein. Die EU ist durch den Brexit zersplittert. Das Problem ist folgendes: In einer EU mit Freihandel und gemeinsamer Währung, aber ohne soziale Ziele kommt die freie Mobilität des Kapitals den mobilsten und reichsten Bürgern zugute, während sich die Mittel- und Unterschichten zunehmend von dem Projekt Europa entfremden. Wenn wir die Freizügigkeit erhalten wollen, muss sie mit einer gemeinsamen Steuer- und Sozialpolitik einhergehen, zu der auch gemeinsame Investitionen in Gesundheit und Bildung gehören. Auch hier ist die Geschichte lehrreich. Der Aufbau eines Wohlfahrtsstaates innerhalb eines Nationalstaates war bereits eine große Herausforderung. Es bedurfte einer Einigung zwischen Arm und Reich und eines großen politischen Kampfes. Ich denke, dass es möglich ist, dies auf transnationaler Ebene zu wiederholen, aber es wird wahrscheinlich zuerst in einer kleinen Anzahl von Ländern geschehen müssen. Ich hoffe, das ist möglich, ohne dass die EU zerbricht.

FREITAG

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AktionBosS

Das AktionsBündnis oekologisch-soziale Stadtentwicklung gründet sein Selbstverständnis auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art.20a GG). Und auf das Sozialstaatsprinzip (Art.20, 28 GG), das unverzichtbarer Erfolgsfaktor unserer Gemeinschaft war und ist.

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