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Kennzeichen einer Apokalypse

Was macht denn eine Krise letztlich zur Apokalypse?

Auch das ist eines der Themen, über die wir uns in diesem Forschungsprojekt unterhalten werden. Die Apokalypse hat Konjunktur heutzutage. Da muss man abgrenzen: Es gibt die Krise, es gibt den Untergang, es gibt die Transformation, es gibt ein ganzes Spektrum. Was für mich entscheidend ist, quasi als Kennzeichen einer Apokalypse, ist eine Klippe, die man überschritten hat.

Prof. Robert Folger, einer der Direktoren des Käte Hamburger Kolleg für Apokalyptische und Postapokalyptische Studien (CAPAS) an der Universität Heidelberg:
“Indem gesellschaftliche Mechanismen und Bewältigungsstrategien von Krisen durch das Prisma der Apokalypse in den Blick genommen werden, stellt CAPAS anwendungsbezogenes Wissen über erfolgreiche und gescheiterte Reaktionen auf existentielle Bedrohungen und deren Folgen bereit. Auf dieser Grundlage leistet das Kolleg einen Beitrag zu aktuellen Debatten über potentielle ökologische und soziale Katastrophen. CAPAS versteht sich so als Reflexionsplattform, um die gesellschaftliche und politische Resilienz gegenüber Endzeit-Szenarien aller Art zu stärken und gesellschaftliche Risiken zu antizipieren.”

Lesen Sie dazu das Interview des Forschers auf spektrum.de

Zitat:

Wenn man sich die heutige kulturelle Produktion ansieht, fällt auf, dass nach der Apokalypse meistens etwas Dystopisches kommt. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass wir nicht in einer Dystopie leben. Ich möchte, dass man das Vorangegangene reflektiert und es dazu nutzt, die Postapokalypse positiv zu gestalten.

Gibt es Beispiele für Gesellschaften, die Apokalypse und Postapokalypse überwunden haben?

Apokalypse ist normalerweise negativ behaftet, aber die Apokalypse ist nicht einfach eine Katastrophe. Es gibt eine ganz große Sehnsucht nach Apokalypsen, die dann sozusagen der Auftakt zu einer besseren Welt sind. Das ist die christliche Tradition: Apokalypse ist zwar Vernichtung, doch dann beginnen die Friedenszeit und das ewige Leben.

Insofern würde ich nicht davon sprechen, dass die Apokalypse überwunden wird, sondern die Apokalypse ist im Grunde genommen schon selbst die Überwindung. Zumindest wenn alles gut läuft und danach eine bessere Welt kommt. Allerdigs werden derzeit vor allem Untergangsszenarien heraufbeschworen und die Szenarien danach sind überwiegend dystopisch.

Dazu:

Kollaps
Warum Gesellschaften überleben oder untergehen
Übersetzt von: Sebastian Vogel

Der Weltbestseller als erweiterte Neuausgabe!
von Jared Diamond
Fischerverlage

Dazu:

Prof. Dr. Jared Diamond: Kollaps – Was wir aus dem Untergang menschlicher Gesellschaften lernen können
29.09.2019
ARDMEDIATHEK

Dazu:

Das jüngste Buch des Autors:
KRISEWIE NATIONEN SICH ERNEUERN KÖNNEN
AMAZON

Leseprobe: Auf Kapitel 11 (Gliederung) sei hingewiesen

Technik und Politik

… they hold lessons for today about the relationship between technology and politics …

Studying project Cybersyn today helps us understand not only the technological ambitions of a government in the midst of political change but also the limitations of the Chilean revolution. This history further shows how human attempts to combine the political and the technological with the goal of creating a more just society can open new technological, intellectual, and political possibilities. Technologies, Medina writes, are historical texts; when we read them we are reading history.

Quelle:

Cybernetic Revolutionaries
Technology and Politics in Allende’s Chile

By Eden Medina
A historical study of Chile’s twin experiments with cybernetics and socialism, and what they tell us about the relationship of technology and politics.

MIT-press

Dazu:

Wann kommt der digitale Sozialismus?
Die Überlegenheit der Marktwirtschaft bestand lange darin, Angebot und Nachfrage zum Wohle aller optimal zu steuern. Heute könnten den Job längst Algorithmen erledigen – die großen Internetkonzerne ähnlich sowieso schon gigantischen Planwirtschaften. Wäre es nicht an der Zeit, die Systeme nach demokratischen Idealen neu zu programmieren?
Von Harald Staun
FAZ vom 2. Mai 2021 (Archiv)

Dazu:

Video bei youtube
Project Cybersyn

Bald 82 Jahre

Health as a human right

“There can be no real growth without healthy populations. No sustainable development without tackling disease and malnutrition. No international security without assisting crisis-ridden countries. And no hope for the spread of freedom, democracy and human dignity unless we treat health as a basic human right.”

GRO HARLEM BRUNDTLAND

https://theelders.org/profile/gro-harlem-brundtland

Die Corona-Pandemie hat uns schonungslos und todbringend vor Augen geführt, wie unsicher unsere Art zu leben ist. Wir haben bemerkenswerte Fortschritte bei den Impfstoffen gemacht, und eine neue US-Regierung ist mit der Hoffnung auf eine neue multilaterale Zusammenarbeit verbunden. Aber es besteht kein Zweifel, dass die Zukunft voller existenzieller Bedrohungen sein wird: neue Pandemien, die Klimakrise, Atomkonflikte und andere Risiken, die wir nicht ignorieren können.

https://www.project-syndicate.org/commentary/doomsday-clock-covid-keeps-hand-100-seconds-to-midnight-by-gro-harlem-brundtland-2021-01/german?barrier=accesspaylog

“Reviving and Restructuring the Corporate Sector Post-Covid. Designing Public Policy Interventions”

G 30

Deutschlands Wirtschaftsstärke sind vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen. Seit Jahresfrist gebeutelt von der C-Pandemie und der Tatsache, dass die Politik vor allem die großen Unternehmen unterstützt, steht zu befürchten, dass eine globale Post-COVID-Strategie zu weiterem Ungemach für die KMU führt.

Dazu:

Published by Group of Thirty
Washington, D.C. December 2020

Reviving and Restructuring the Corporate Sector Post-CovidDESIGNING PUBLIC POLICY INTERVENTIONS
https://group30.org
(pdf)

Auf die Ziffer 5 sei mit Nachdruck hingewiesen: Wer entscheidet, welche Firmen unterstützt werden?

Der Amazonas kippt

von Nick Reimer
Kippelemente im Klimasystem sind unumkehrbar

Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass der Amazonaswald unmittelbar vor dem Kippen steht: ein Grund dafür ist die Abholzung, in Brasilien ist sie in den letzten Jahren explodiert und erreichte 2020 ein Zwölf-Jahres-Hoch – eine fast 10-prozentige Steigerung zum Vorjahr. Craig Welch schreibt im National Geographic:

“Klar ist, dass sich der Wald schnell und auf alarmierende Weise verändert hat. Regen fällt jetzt häufiger als früher in massiven Schüben und löst Rekordüberschwemmungen aus. Dürreperioden treten häufiger auf und dauern in manchen Gebieten länger an.” Piqd.de

ABOUT:
piqd wird ermöglicht durch Konrad Schwingenstein. Konrad ist der Enkel von August Schwingenstein, einem Mitgründer des Süddeutschen Verlags. Die Familie verkaufte die Firmenanteile 2007. Außerdem ist Konrad Hauptinvestor der August Schwingenstein Stiftung, die Fortbildung und Dienstleistungen für unabhängige Journalisten unterstützt.

Anm.: mkv

Es wäre zu prüfen, ob derartige, weltweit bedeutungsvolle Eingriffe in das Naturgefüge nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzustufen und folglich die Verantwortlichen dem Weltstrafgerichtshof in Den Haag zuzuführen wären. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Brasilianer einen neuen Präsidenten wählen.

Dazu:

https://www.iass-potsdam.de/de/blog/2020/12/kann-die-klimaschutzpolitik-den-amazonas-retten

Dazu:

Der Amazonas stößt nun mehr Treibhausgase aus, als er absorbiert
Die weitreichenden Eingriffe in das komplexe Waldsystem scheinen ihren Tribut zu fordern: Die Fähigkeit des artenreichsten Dschungels der Welt, Treibhausgase zu speichern, wurde stark dezimiert.
Von Craig Welch
www.nationalgeographic.de

Zitat:

Der Schaden könne immer noch rückgängig gemacht werden, sagen er und seine Kollegen. Ein Stopp der globalen Emissionen von Kohle, Öl und Erdgas würde helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Aber die Eindämmung der Abholzung des Amazonas ist ein Muss, zusammen mit der Reduzierung des Baus von Staudämmen und stärkeren Aufforstungsbemühungen. Würde die Abholzung im derzeitigen Tempo fortgesetzt, wird das die Erwärmung für die gesamte Welt mit Sicherheit verschlimmern.

Dazu:

https://www.wwf.de/fileadmin/user_upload/Teufelskreis_am_Amazonas_-_Klimawandel_und_Waelder.pdf

Zusammenbruchstheorie

Genau genommen bewegen wir uns auf weitere ökonomische Krisen im Zuge der Pandemie und auf Klima-Kipppunkte hin, die in den nächsten Jahren entscheiden werden, ob und welches Leben auf dieser Erde noch möglich sein wird. Luxemburg hatte recht, als sie auf die unendliche Ausdehnung und Zerstörung der kapitalistischen Logik hinwies. Die natürlichen Ressourcen der Erde gelangen an ihr Ende. Die Pandemie ist ein Verweis darauf, wie es zugeht, wenn die eigene Agrarproduktion ein Virus hervorbringt, das wir selbst nicht mehr aufhalten können. Auf höchstem Stand technischer Möglichkeiten sind wir nicht in der Lage, die Welt mit Impfstoff, grünem Strom oder ausreichend guter Nahrung und Wasser zu versorgen. Mittlerweile haben sich Unternehmen und Vermögensverwalter in einer Größe herausgebildet, die für sich allein schon eine globale Wirtschaftskrise bedeuten, wenn sie ins Straucheln geraten.

In dieser Größenordnung zu denken, hieße wohl, Luxemburg Zusammenbruchstheorie noch einmal in Erwägung zu ziehen und zu überlegen, welche Partei, welches Programm, welche Mittel, welche Bildung der arbeitenden Klassen vonnöten sind, um den Krisen und vor allem der Klimakatastrophe etwas entgegenzusetzen.

Ines Schwerdtner
FREITAG

Dazu:

Damit sind die beiden wesentlichen Anliegen des umfangreichen Textes benannt: Luxemburgkonstatiert, dass die Frage, wie gesamtgesellschaftlich Kapital akkumulieren, also sichbeständig vermehren kann, bei Marx nicht umfassend geklärt ist, sondern nur aus der Gesamtheit geleistet werden kann. Und sie geht davon aus, dass die Selbstverwertung des Kapitals kein unendlicher Prozess ist, sondern an unüberwindbare historische Grenzen stößt. Während ihre aus dem ersten Punkt abgeleitete Theorie der kapitalistischen Landnahme heutzutage häufig erwähnt wird, hat ihr die Rede von der „objektiven Schranke“ der Kapitalakkumulation häufig den Vorwurf einer simplen Zusammenbruchstheorie des Kapitalismus eingetragen. Dabei beziehen sich Zustimmung wie Kritik in der Regel nicht auf ihren Text. Die Darstellung dessen soll im Folgenden geliefert werden.

https://www.werner-raetz.de/fileadmin/user_upload/Autor/krise/Luxemburg_Landnahme.pdf

dazu:

06.05.2020
Antikapitalistische Politik in Zeiten von Corona

Wie der marxistische Geograph David Harvey argumentiert, haben 40 Jahre Neoliberalismus das Gemeinwesen im Kampf gegen eine öffentliche Gesundheitskrise in einem desolaten und verwundbaren Zustand zurückgelassen.

Von David Harvey
Übersetzung von Nima Astani
https://jacobin.de/artikel/david-harvey-corona-krise-antikapitalismus/

Dazu:

https://www.sdaj.org/wp-content/uploads/2020/08/BiZei_Marxistische_Krisentheorie_die_aktuelle_Krise_und_Corona.pdf

Erste globale CO2-Bilanz seit dem Pariser Abkommen

Verglichen wurde der Zeitraum 2016 bis 2019 mit den fünf Jahren davor.

“In 64 Staaten sind die Kohlendioxidemissionen gefallen, (…) In 150 Ländern, und damit in der großen Mehrheit der Staaten, sind die Emissionen bis 2019 weiter angestiegen, und damit auch der globale CO₂-Ausstoß, (…)”

Quelle:

3. März 2021, 17:14 Uhr
Klimaschutz:Zu wenig, zu spät, zu langsam
SZ

Dazu:

https://www.nature.com/articles/s41558-021-01001-0

“Die globalen fossilen CO2-Emissionen sind im Jahr 2020 um etwa 2,6 GtCO2 auf 34 GtCO2 gesunken (Abb. 1). Dieser prognostizierte Rückgang, der größtenteils auf die Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist, liegt etwa 7 % unter dem Niveau von 2019, so die Analyse des Global Carbon Project1 auf der Grundlage mehrerer Studien2,3,4 und aktueller monatlicher Energiedaten. Ein Rückgang der globalen jährlichen Emissionen um 2,6 GtCO2 wurde noch nie beobachtet. Dennoch sind Senkungen von 1-2 GtCO2 pro Jahr in den 2020er Jahren und darüber hinaus erforderlich, um ein Überschreiten der Erwärmungswerte im Bereich von 1,5 °C bis deutlich unter 2 °C, dem Ziel des Pariser Abkommens5, zu vermeiden. Der Rückgang der CO2-Emissionen durch die Reaktionen auf COVID-19 verdeutlicht das Ausmaß der Maßnahmen und das internationale Engagement, das erforderlich ist, um den Klimawandel zu bekämpfen.”

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

SZ:

“Doch ist diese Reduktion von Dauer? “Die Emissionen lagen 2020 niedriger, weil die fossile Infrastruktur weniger genutzt wurde, nicht weil sie stillgelegt wurde”, sagt Mitautor Glen Peters vom Zentrum für internationale Klimaforschung (Cicero) in Oslo laut einer Pressemitteilung. Sobald die Infrastruktur wieder in Betrieb sei, bestehe ein großes Risiko für einen Rebound der Emissionen.

Eine Gigatonne entspricht 1.000.000.000 Tonnen.

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Das AktionsBündnis oekologisch-soziale Stadtentwicklung gründet sein Selbstverständnis auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art.20a GG). Und auf das Sozialstaatsprinzip (Art.20, 28 GG), das unverzichtbarer Erfolgsfaktor unserer Gemeinschaft war und ist.

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