Ist Seehofer ein Kommunikationsprofi?


Nach seinen den Berliner Terroranschlag ausschlachtenden Forderungen (bar jeglicher Faktenkenntnis; und später gerügt von seiner Kollegin Kramp-Karrenbauer) wurde der bayerische Ministerpräsident in der Mittelbayerischen Zeitung gezeichnet als einer, der auf dem Sarg der Opfer sein politisches Süppchen kocht. Welch treffliche Karikatur.

Der SPIEGEL schreibt heute, am 1. Weihnachtsfeiertag:

“Hysterie als diagnostische Kategorie ist in der Fachwelt außer Mode gekommen – als politischer Kommunikationsmodus erlebt sie augenscheinlich gerade eine Renaissance.

Zur Erinnerung: Die IS-Terrorstrategen haben zwei erklärte Ziele: Hysterie zu erzeugen und einen Keil zwischen die Muslime Europas und den Rest der Bevölkerung zu treiben.”

Gewiss, Seehofer ist nicht alleine, wenn er diesen Zielen des IS auf den Leim geht. Er aber handelt egoistisch alllein des Fischens am rechten Rand wegen – die Wahlen in BY im Jahr 2018 fest vor Augen und er scheint keine Scham zu kennen, der Landesvater von christlich-sozialer Prägung, wenn es um die Sicherung der schwarzen Mehrheit in BY geht. Zu wünschen wäre ihm, dass der bayerische Wähler ihm Derartiges gerade nicht goutiert und ihn und seine CSU in die längst überfällige Opposition 2018 schickt.

Am Ende heißt es bei SPON:
“Den alten Nachrichtenzyklus, in dem auf die Fakten gewartet wurde, bevor man reagierte, bekommen wir nicht zurück. Aber zumindest Kommunikationsprofis wie Politiker und Journalisten sollten sich dringend darauf besinnen, dass Hysterie bislang in keinem Beruf als herausragendes Qualifikationsmerkmal galt. Wenn tatsächlich der gewinnt, der zuerst schreit, verlieren wir am Ende alle.”

Damit erscheint auch unser eingangs gestellte Frage beantwortet.
mkv

DAZU:

“Sorgfältig geplante Provokationen” als Teil der AfD-Wahlstrategie
FAZ

“Verzichtbar wäre es sicher auch, die populistischen und rechtsextremen Aussprüche jener Politiker rauf und runter senden, die es kaum erwarten können, Anschläge zu missbrauchen, um das zu sagen, was sie auch ohne den Terror schon immer meinten. Diese Textpassagen, die nichts anderes sind als Kriegserklärungen, wirken selbst im Licht der horrenden Gewalt und ihrer Opfer noch wie Handgranaten auf einem Schauplatz, dem es an Eskalation nun wirklich nicht mangelt.”
ZEIT

Ihr Kommentar

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen

Inhalt

Links

RSS Feeds

Suche