Grundrechte nur unter Pandemievorbehalt?


Der Historiker René Schlott sagt im NDS-Interview:

“[Ich erachte es] als meine staatsbürgerliche Pflicht […], auf Entwicklungen, die mir Sorge bereiten, hinzuweisen. Die anhaltende und massive Einschränkung von Freiheitsrechten unter dem Primat der epidemiologischen Kurve ist historisch gesehen in unserem Land einmalig. Ich bin schockiert, welche Beschränkungen der offenen Gesellschaft nach dem Infektionsschutzgesetz möglich sind, und hätte einen zweiten Lockdown nach dem Frühjahr nicht für möglich gehalten. Letztlich haben wir unser Gesellschaftmodell damit dauerhaft unter Pandemievorbehalt gestellt. Kunst und Kultur, Freizügigkeit und offene Grenzen, Bildung und Wissenschaft, Berufs- und Gewerbefreiheit können jederzeit zur Disposition gestellt werden, wenn es das Infektionsgeschehen aus Sicht der Politik erfordert. Die volle Geltung der Grundrechte hängt letztlich von der Aufnahmekapazität der Intensivstationen ab.”

Dazu:

Pandemie und Freiheitsrechte
Die offene Gesellschaft steht unter Vorbehalt
Ein Kommentar von René Schlott
Deutschlandfunk Kultur
30.11.2020

Dazu:

Das Reich des Guten
Philippe Muray

1991 erschienen nimmt der Autor in erstaunlicher Weise unsere Gegenwart vorweg.

180 Seiten, Gebunden

Originaltitel: L’Empire du Bien (Französisch)
Übersetzung: Nicola Denis

Erschienen: 2020
Verlag: Matthes & Seitz Berlin
ISBN: 978-3-95757-847-1
Preis: 20,00 €

Dazu:

https://schweizermonat.ch/das-reich-des-guten-bahnte-sich-lange-an/

Ihr Kommentar

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen

Inhalt

Links

RSS Feeds

Suche