FLassbeck zu G 20


Ursache der Euro-Krise

Frage nd:
“Überschuss- und Defizitländer finden sich auch innerhalb der Eurozone. Welchen Anteil hat das an der Eurokrise?”

Antwort Flassbeck

“Die Ungleichgewichte sind ursächlich für die Eurokrise, bei der es sich im Kern nicht wie üblicherweise geglaubt wird, um eine Staatsschuldenkrise handelt. Euro-Land muss für die internen Handelsungleichgewichte eine Lösung finden und die ist nicht abzusehen. Deutschland kämpft einen einsamen Kampf, in dem Berlin behauptet, dass die Handelsbilanzüberschüsse mit der Euro-Krise nichts zu tun haben. Das halte ich weiterhin für fundamental falsch und inzwischen wächst die Zustimmung für meinen Erklärungsansatz. Die internationale Diskussion hat sich in dieser Frage total gedreht. Nun wird bekundet, es sind nicht die Staatsschulden, die im Vordergrund der Euro-Krise stehen, sondern das Auseinanderlaufen der Wettbewerbsfähigkeit in den Euroländern und damit die Leistungsbilanzsalden zwischen den Euroländern. Deutschland muss so aufwerten, wie China aufgewertet hat: mittels hohen Lohnsteigerungen über zehn und mehr Jahre. Das ist das Einfachste von der Welt. Wird die jetzige Politik beibehalten, führt das in die europa-, wenn nicht gar weltweite Depression. Man müsste in Deutschland langsam mal begreifen, dass man sich nicht einfach abkoppeln kann vom Rest der Welt. Das ist die entscheidende Botschaft der G20, die in Los Cabos vermittelt werden muss.”
Quelle: Neues Deutschland

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