Erodierende EU - Absehbarer Tod des Euro


Export statt Wohlstand

“ (…) Im langen Zeitraum zwischen 2000 und 2014 liegen wir beim Wirtschaftswachstum knapp unter dem Niveau der EU. Bei den privaten Konsumausgaben verzeichnet die EU von 2000 bis 2013 einen Zuwachs um 14,6 Prozent, in Deutschland stiegen sie nur um 8,7 Prozent.6 Zwingt Deutschland mit dieser beggar-thy- neighbour-Strategie die Handelspartner auf einen Kurs, der – wenn sie diesem in der Tat folgen – zum Kollaps der Gemeinschaftswährung führen muss, zu Staatsverarmung, schrumpfender Konsumnachfrage und steigender Arbeitslosigkeit? Dass nicht alle Staaten zugleich Exportüberschüsse einfahren können, hat sich mittlerweile selbst bis in die Sachverständigenräte herumgesprochen. Doch was passiert, wenn alle Staaten dieses Ziel zugleich wollen sollen? Sie alle drücken dann Löhne, Steuern und Renten sowie die Kosten von Umwelt- oder Gesundheitsschutz. Wer eine Nasenlänge voraus ist – und das sind momentan die Deutschen –, dem geht es in diesem race to the bottom am wenigsten schlecht, wenngleich auch tendenziell immer schlechter. Alles wird billiger, doch immer mehr Menschen können sich immer weniger kaufen. Solange diese Verarmung nur wachsende Minderheiten trifft, wird sie politisch weithin ignoriert. Die Alternative sind Importbarrieren, doch da Zölle vertraglich ausgeschlossen sind, müssen sie irgendwie phantasiereich getarnt werden. Die Folgen sind absehbar: Die EU erodiert, als Erstes absehbar ist der Tod des Euro – eine Entwicklung, die niemand wollen kann, doch in die Deutschland sehenden Auges hineinschlittert.”
Quelle:
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2015/juni/gegen-die-wand-modell-deutschland-2015

Dazu:

Friedensstifter EURO als Massenvernichtungswaffe

“Andererseits kann es niemandem entgangen sein, wie dieser sakrosankte Friedensstifter zur sozialen Massenvernichtungswaffe werden kann. Ist der Kurswert für europäische Solidarität auf kein Rekordtief gefallen, seit Griechenland als Homeland skrupelloser Epikureer verschrien ist? Wird sein Fall etwa nicht zur Disziplinierung anderer Euro-Staaten nach dem Motto missbraucht, spart eisern und senkt die Löhne, damit euch kein derartiges Debakel widerfährt? Und wie verhält es sich mit den sozialen Menschenrechten, wenn in den südeuropäischen Euro-Staaten ein Drittel der unter 25-Jährigen von jedem Arbeitsleben ausgesperrt bleibt?”
https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/europa-ist-wichtiger-als-der-euro

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