Empörung darf Argumente nicht ersetzen


Sahra Wagenknecht wirbt für linken Aufbruch und solidarische Auseinandersetzungen in der LINKEN
Von Uwe Kalbe
nD

Zitat:

Über die potenziellen Wähler der Partei gibt es ja auch einen Streit. Warum eigentlich? Unerwünschte Wähler gibt es nicht, Wähler kann man doch nicht genug haben, oder?

Das sollte selbstverständlich sein. Zur Zeit ist es in bestimmten Milieus für uns leichter und in anderen schwerer. Ich weiß doch auch, dass ich meine besten Wahlkampfveranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern in den Uni-Städten hatte. Aber umso mehr müssen wir daran arbeiten, auch dort wieder Fuß zu fassen, wo die Menschen leben, denen es schlecht geht oder die Abstiegsängste haben. Vor allem bei Arbeitern und Arbeitslosen haben wir verloren. Also haben wir nicht die Worte gefunden, diese Menschen zu erreichen. Und wenn wir auch nur halbwegs ernst nehmen, was wir an Rückmeldungen erhalten, dann hat das sehr viel damit zu tun, dass diese Menschen unsere Position in der Flüchtlingsfrage – offene Grenzen und Bleiberecht für alle – nicht nachvollziehen konnten. Dass sie den Eindruck hatten, dass wir ihre Probleme nicht ernst nehmen. Das muss sich ändern. Auch im berühmten urbanen Milieu gibt es übrigens viele Leute, die sich jeden Tag durchkämpfen müssen und denen die Miete die Hälfte des Einkommens wegfrisst. Wohlhabende Lifestyle-Linke dürften unter unseren Wählern eine Minderheit sein. Das sieht man auch daran, dass uns laut Umfragen fast niemand wegen der No-border-Position gewählt hat. Für die meisten unserer Wähler waren unsere sozialen Forderungen ausschlaggebend.

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