Zukunft gestalten


Die “Verdrängung der Zukunft” ist kein Mittel der Wahl. Wir müssen uns den “immensen sozialen, aber vor allem ökologischen Herausforderungen” stellen. Beide Aufgabenfelder zusammenzudenken und verschränkt zu gestalten, ist eine “immerwährende” Aufgabe aus dem Generationenvertrag. Zur Bedeutung von Artikel 15 GG.

Dazu:

Kühnert-Debatte: Die große Zukunftsverdrängung
von Albrecht von Lucke
www.blaetter.de

Zitat:

Dabei sind die Anzeichen einer möglichen anderen Zukunft schon heute kaum zu übersehen. Man stelle sich nur einmal vor, dass einer der Internetgiganten auf dem bereits jetzt hoch vermachteten digitalen Markt eines nicht ganz unwahrscheinlichen Tages zum Monopolisten und damit zum Herrn über unser aller Datenkapital werden würde. Die Machtfülle eines derartigen totalen Datenmonopolisten wäre mit der Demokratie schlechterdings unvereinbar. Für diesen Fall trifft exakt die Grimmsche Überlegung: „Wer kann heute schon sagen, ob wir für die Möglichkeit [der Vergesellschaftung] nicht eines Tages dankbar sein werden?“

(…)

Denn das vermeintliche „Nach uns die Sintflut“ muss kein „danach“ mehr sein, sondern könnte noch zu unseren Lebzeiten stattfinden – zu der der jüngeren Generationen sowieso. Die herrschende Konsum- und Gegenwartsbesessenheit entpuppt sich so als radikale Zukunftsvergessenheit. Für unsere Gerechtigkeits- und Freiheitsdebatten hat das massive Implikationen. Es geht um die Frage, ob wir die Zukunft weiter verkürzen oder ob wir sie wieder verlängern wollen. Dann aber müssen wir unsere endlichen Ressourcen endlich radikal schonen.

Mit bloßer Eigentumsumverteilung wird man diese ökologische Jahrhundertfrage nicht lösen. Das weiß natürlich auch Kevin Kühnert. Alle Eigentumsdebatten können insofern bloß ein Teil einer weit größeren Debatte sein, die um die Frage von Produktion, Konsum und Mitbestimmung kreist. Oder noch grundsätzlicher formuliert: Es geht um die Demokratiefrage. Wer darf wieviel verbrauchen? Und wer entscheidet darüber – wie wir arbeiten, was wir produzieren und, nicht zuletzt, was wir verkonsumieren?

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