Weltweite Energiewende

Zu den Entscheidungen der Vollversammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) in Sharm El Sheik (Ägypten) über Sitz und Vorsitz der Organisation erklärt Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (WCRE) und Präsident von EUROSOLAR e.V.:

Sharm El Sheik, 29. Juni 2009

Dieser Tag ist ein historisches Datum für die weltweite Energiewende. 136 Staaten haben sich zusammengefunden, um den Erneuerbaren Energien global zum Durchbruch zu verhelfen.

Es war ein langer Weg bis hierher: 1990 hatte EUROSOLAR erstmals die Idee für eine internationale Organisation, die Erneuerbare Energien voranbringt. Auch wenn es 20 Jahre gedauert hat, bis sie gegründet wurde – Hartnäckigkeit und langer Atem haben zu einem Ergebnis geführt, das sich sehen lassen kann.

Ich betrachte dies auch als großen persönlichen Erfolg meines langjährigen Wirkens: Auf dem Weg zu IRENA galt es, viele Hindernisse und Zweifel zu überwinden und es war viel Überzeugungskraft nötig. Viele zweifelten lange, ob es in der internationalen Staatenwelt genug Bereitschaft geben würde, in einer Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien mitzuwirken, die als Gegengewicht zu den beiden internationalen Regierungsorganisationen im Energiebereich gedacht ist. Die IEA und die IAEA haben stets das Potential der Erneuerbaren kleingeredet oder denunziert.

Dass jetzt 136 Staaten bei IRENA Mitglied geworden sind widerlegt alle Skeptiker. Keine andere internationale Regierungsorganisation hat bereits zu Beginn eine vergleichbare Resonanz gefunden. Mein Optimismus hat sich praktisch bestätigt. Jetzt kommt es darauf an, sehr schnell eine leistungsfähige Organisation aufzubauen und dafür zu sorgen, dass sie mit den dafür erforderlichen Mitteln ausgestattet ist um in allen Mitgliedsstaaten politische Strategien zur schnellen Einführung von Erneuerbaren Energien entstehen zu lassen. Zum Vergleich: Der deutsche Beitrag zu IRENA wird zunächst in der Summe bei etwa 7 Millionen Euro liegen – der Mitgliedsbeitrag Deutschlands allein für die IAEA liegt bei 25 Millionen Euro. Das ist die Größenordnung, die für IRENA nach erfolgreicher Aufbauarbeit die Messlatte sein wird, nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen großen Industrieländern.

Deutschland ist weltweiter Vorreiter bei der Verbreitung Erneuerbarer Energien und wird seine Erfahrungen in die Arbeit von IRENA einfließen lassen. Die Agentur wird auf regionale Gegebenheiten angepasste Konzepte erarbeiten und anbieten. Es geht hier um eine technologische Revolution.

Der WCRE und EUROSOLAR werden IRENA konstruktiv begleiten und dazu beitragen, dass die neue Organisation mit hohem Tempo alle jetzigen und künftigen Mitgliedsstaaten in die Lage versetzt, sich gemeinsam an dem zentralen Zukunftsprojekt zu beteiligen, allen Menschen eine sichere Energieversorgung zu bringen und zur Minderung der Folgen des Klimawandels beizutragen.

Kontakt: EUROSOLAR Kommunikation, Helmut Lölhöffel, mobil 0173/61 60 004

EUROSOLAR e.V.
Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien
Kaiser-Friedrich-Straße 11
D-53113 Bonn
Tel. 0228 / 362373 und 362375
Fax 0228 / 361279 und 361213
info@eurosolar.org
http://www.eurosolar.org

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