Was Journalisten tun sollten


Interview mit Prof. Sebastian Köhler
NDS

Zitat:

Mit Blick auf strukturelle Konflikte setzen Pierre Bourdieu zufolge insbesondere Journalisten im Bewegtbildbereich (TV, Online) in der Tendenz darauf, „dass es eher zu einer Konfrontation zwischen Personen (besonders Politikern) als zwischen ihren Argumenten kommt, auf Kosten dessen, was eigentlich Gegenstand der Debatte ist – das Haushaltsdefizit, die Steuersenkung oder die Auslandsverschuldung.“ Da das Wissen dieser Journalisten über die politische Welt im Wesentlichen auf persönlichen Kontakten und vertraulichen Mitteilungen beruhe (oder sogar auf Klatsch und Gerüchten) und weniger auf der Objektivität einer Beobachtung oder fundierten Recherche, neigen sie laut Bourdieu dazu, alles auf eine Ebene zu ziehen, auf der sie als Experten gelten können. Und wir kennen das bis zum Abwinken: „Stimmt die Chemie zwischen Merkel und Macron?“ oder gerne auch „Melania Trump hat ihrem Gatten beim Staatsbesuch die Hand entzogen“ bzw. Donald Trump habe gerade beim Gipfel den Premier aus Montenegro wie beim Eishockey rüde gecheckt. Das haben wir gesehen – das können wir verstehen.

Anm.: mkv

Haben Sie in diesen Tagen eine Mainstream-Zeitung bemerkt, die sich mit dem Inhalt der Rede von Frau Wagenknecht ernsthaft auseinandersetzte? War es nicht so, dass das Persönliche, ihre Angriffe gegen SPD und Grüne Gegenstand der Berichterstattung war und nicht deren Inhalt und Ursachen?

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