Von Norwegen lernen


Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Norwegen das ärmste Land in Europa, ein Außenseiter mit niedrigen Lebensstandards, irgendwo hoch oben am Nordpol. Jetzt ist es das reichste Land in Europa. Es hat mehr Wirtschaftswachstum als andere europäische Länder – auch wenn man das viele Öl außer Acht lässt. Norwegen fing nicht an umzuverteilen, als es reich wurde, es wurde reich, weil es umverteilte. Wenn sich also ein Land wie Norwegen bereits vor Dekaden sozialdemokratische Politik leisten konnte, können es die ärmeren Länder heute auch.

Die Globalisierung bringt zwar Vorteile, diese sind aber in den Ländern sehr ungleich verteilt. Ein UNIVERSAL BASIC SHARE, wie wir es nennen, würde grundlegende Eigentumsrechte schaffen. Allen Bürgern stünden zehn Prozent des Volkseinkommens zu. Somit würden die Gewinne aus der Globalisierung viel gleichmäßiger verteilt. Eine Institution wie die Vereinten Nationen sollte alle Länder dazu verpflichten, ein solches UBS einzuführen, und dann überwachen, ob es auch umgesetzt wird.

Kalle Moene, 68, lehrt seit 1987 Ökonomie an der Universität in Oslo.

FREITAG

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