Vom Gebrauch der Worte, der Sprache


Medienschelte – Medienkritik; Aufklärung – Propaganda; Lügenpresse – Verschwörungstheorie; über die innere und äußere Pressefreiheit

Ein Blick hinter die Propaganda für Sozial- und Demokratieabbau

“Die Besitzlosen bedürfen […] , um sich befreien zu können, nach wie vor der Aufklärung über bestehende Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse sowie Herrschaftsmethoden.”

Eckart Spoo sagt im nachverlinkten Interview u.a.:

Das Wort Propaganda kommt ursprünglich von der Kirche; sie meinte damit ihre Aktivitäten zur Verbreitung des Glaubens. Philosophen wie Voltaire und Diderot wollten hingegen aufklären, also Wissen verbreiten und zu selbständigem Denken anregen. Sie bereiteten die Französische Revolution vor, indem sie wahrheitsgemäß über Missstände berichteten. Die Herrschenden reagierten mit Zensur, die Aufklärer wiederum mit der Forderung nach Pressefreiheit, die sie brauchten, um über bestehende Herrschaftsverhältnisse aufklären zu können.

Im Geiste der Aufklärung sollte das Volk befähigt werden, unter der revolutionären Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ die grausige Bourbonen- und Kirchen-Herrschaft abzuschütteln. Politische Entscheidungen sollten nicht mehr im Geheimkabinett des Monarchen getroffen werden, sondern in der Öffentlichkeit. Daher auch der Name Republik; denn publik bedeutet öffentlich.

Im August 1789, wenige Wochen nach der Erstürmung der Bastille, garantierten die Revolutionäre in ihrer Erklärung der Bürger- und Menschenrechte dann auch die Pressefreiheit.

Und aus dieser Zeit stammt auch die politische Einordung nach rechts oder links. In der Nationalversammlung waren die Plätze auf der rechten Seite des Saales den Aristokraten, also den von Geburt an Reichen und Mächtigen vorbehalten. Die Besitzlosen dagegen saßen – weit unterrepräsentiert – links und in der Mitte breiteten sich die mehr oder weniger liberalen Neureichen aus.

So oder ähnlich ist es in Frankreich und vielen anderen Ländern bis heute geblieben: Die Rechte und die Mitte verbünden sich, um die Besitzlosen an jeglichen Aktivitäten zur Änderung der Besitzverhältnisse zu hindern. Das geschieht bisweilen mit brutaler Gewalt, hauptsächlich aber mit den Mitteln der Propaganda, also durch Lügen, Ablenken, Verwirren, Einschüchtern, nationalistisches, rassistisches oder religiöses Spalten und Aufwiegeln, durch Dämonisieren oder Verharmlosen und Beschönigen… Die Besitzlosen bedürfen daher, um sich befreien zu können, nach wie vor der Aufklärung über bestehende Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse sowie Herrschaftsmethoden.

Quelle: NDS

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