Vernunftmensch versus Herdentier


Philipp Blom schreibt in seinem aktuellen Buch:

“Marken, brands, werden zu Kürzeln für die Art von Mensch, als die man sich fühlt, als die man wahrgenommen werden will, für den Aspekt der kommerziellen Transzendenz, an dem man teilhaben will. Das Lebensgefühl von Konsumenten drückt sich als BRAND IDENTITY aus.
(Die Ironie dabei ist, dass nur wenige Menschen an Etymologie und Metaphern interessiert sind. Denn Vieh wird nicht gebrandmarkt, um individuelle Identität und Status auszudrücken, sondern um es als Besitz des Markeninhabers kenntlich zu machen. Im Tierreich sind nicht viele Rindviecher stolz auf ihren BRAND. Frei sind sie nur, wenn sie noch von keinem glühenden Eisen gesengt wurden.)”
Quelle:
“Was auf dem Spiel steht”, von Philipp Blom, Seite 79
Hanser-Literaturverlage.de, EUR 20,-, 219 S.

Anm.: mkv
Es sei angeregt, das Buch als ständigen Begleiter stets griffbereit zu halten, um täglich “die ersten Zeichen einer epochalen Transformation durch Klimawandel und Digitalisierung zu sehen, deren globale Auswirkungen wir erst beginnen zu begreifen”.

Und weiter heißt es auf der Umschlagseite des Buches:

“Was auf dem Spiel steht ist nichts weniger als die Existenz eines demokratischen liberalen Zusammenlebens – und vielleicht unsere Zivilisation.”

Und da wundert sich der Wähler, dass der aktuelle Wahlkampf so belanglos, ohne Konfrontation, daherkommt; es fehlt den Politikern der Mut, die Fakten auf den Tisch zu legen, auf Seite 186 heißt es:
“Die demokratische Debatte … hat noch nicht einmal begonnen. Kein normaler Politiker würde es wagen, mit einer solchen Agenda vor die Mikrofone zu treten.”

Aber was haben Martin Schulz und die SPD noch zu verlieren?

Im NDR-Interview sagt der Autor:
“Diese Veränderungen, Klimawandel und Digitalisierung, passieren – ob wir das wollen oder nicht. Unsere Frage ist nur: Wollen wir diese Veränderung mitgestalten oder wollen wir sie irgendwann nur erleiden?”

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