Mafia, Geld und Gerechtigkeit


von Gero Jenner

Wir streiten uns ewig über Gerechtigkeit auf jenen Gebieten, wo ein abschließendes Urteil schwer oder auch gar nicht möglich ist. Dass es jedoch ein schreiendes Unrecht ist, wenn die Mafia sich wie ein Hausschwamm parasitär in einer Gesellschaft ausbreitet, leuchtet jedem klar denkenden Menschen ein – und jeder sollte genauso begreifen, dass die parasitäre Vergrößerung der Vermögen und die damit einhergehende Verarmung der Mehrheit kein geringeres Übel und Unrecht ist. Denn sie hat uns jetzt schon in die Privilegiengesellschaft zurückgeführt, die wir doch angeblich abgeschafft haben. Das Ziel einer gerechten Gesellschaft muss darin bestehen, der Mafia ihren vollen Gewinn abzunehmen, so wie es ebenso ihr Recht sein sollte, Geldkapitalerträge zu hundert Prozent zu kassieren (vorausgesetzt, dass die Kaufkraft dieser Vermögen – bis zu einer gewissen Höhe – ebenfalls zu hundert Prozent garantiert wird). Das ist ein Gebot elementarer Gerechtigkeit vor und unabhängig von jeder parteipolitischen Färbung. Und es ist ein Gebot der Stunde, denn in ganz Europa fällt es mehr und mehr Menschen schwer, von ihrem Arbeitseinkommen zu leben, während eine kleine Schicht astronomische Summen (zusätzlich oder nicht zu eigener Arbeit) ganz ohne eigenes Zutun ‚verdient’, indem sie auf parasitäre Art von der Arbeit anderer lebt. So ist es zu einer breiten und sich stetig ausweitenden Kluft zwischen einer superreichen Minderheit und einer allmählich verarmenden Mehrheit gekommen. Wenn es wirklich um Gerechtigkeit geht, dann sollte das Bundesverfassungsgericht Geldkapitalerträge verbieten und damit sämtliches Einkommen, das jemand im Schlaf verdient, denn es ist nicht besser als das Schutzgeld der Mafia.

Quelle:
http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Mafia,_Geld_und_Gerechtigkeit.html

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