Kritik am Haus der Europäischen Geschichte


So ist die ganze Erzählung der Ausstellung nicht nur fehlerhaft, sondern der Idee der europäischen Integration und einer gemeinsamen Identität sogar abträglich. Für viele Menschen, die sich auf europäische Werte und das Erbe der Vielfalt des Alten Kontinents berufen, wird sie unannehmbar sein. Sie erhalten im Museum eine Botschaft, der zufolge sie sich dafür schämen sollten, dass sie ihren jeweiligen Völkern angehören, dass sie Erben der jüdisch-christlichen Tradition sind und außerdem sämtliche Verbrechen der letzten 200 Jahre auf dem Buckel haben. Diese Botschaft ist Wasser auf die Mühlen aller, die der EU vorwerfen, sie wolle die europäischen Gesellschaften ihrer nationalen Identität berauben und eine homogene Menschenmasse schaffen, ähnlich wie die Sowjets als Sozialingenieure den Homo Sovieticus schaffen wollten. Wer das Haus der Europäischen Geschichte besucht hat, dem wird es schwerfallen, solche Argumente zu entkräften.
Paweł Ukielski
Polnischer Historiker

Quelle:
Erbe und Identität : Worauf können die Europäer stolz sein?
FAZ

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