Klaus Töpfer zu den Laufzeiten der AKW


“Ich habe schon an meinem ersten Tag als Umweltminister gesagt: Wir müssen eine Welt ohne Kernkraft erfinden. Das sehe ich immer noch so. Ich glaube, wir haben über lange Zeit zu wenig getan, um das auch zu erreichen. Ich bin der Überzeugung, dass das Stromeinspeisegesetz und später das Erneuerbare-Energien-Gesetz ein Wendepunkt war. […] Angesichts dieses Erfolgs muss man sich jetzt fragen: Wo sind die Engpässe? Die Frage darauf zu verengen, wie lang die Kernkraftwerke länger laufen sollen, scheint mir etwas kurz gegriffen zu sein. Wenn man von Brückentechnologie spricht, interessiert mich doch in besonderer Weise, auf welchem Pfeiler diese Brücke am Ende aufsetzt. Welche Auswirkungen haben längere Kernkraftlaufzeiten auf die Netzstrukturen? Denn auf die Kernkraftwerke sind die Netze seit 40 Jahren relativ genau zugeschnitten. Außerdem muss man die Brücke so kurz wie möglich machen, denn je länger sie wird, desto teurer und unsicherer wird sie. Jetzt muss man fragen, inwieweit diese Brücke tatsächlich eine ist und nicht ins Irgendwo hineinragt. Das ist die Anforderung. Das ist die große Chance für die Wirtschaft, denn die Zukunft liegt bei erneuerbaren Energien.”
Tagesspiegel

TRITTIN auf spiegel.de:

“Bei den Anti-Atom-Protesten in diesem Herbst wird deutlich werden, dass die Bundesregierung für ihren Pro-Atom-Kurs keine Mehrheit in der Bevölkerung hat”, prophezeit er. “Schwarz-Gelb belastet das Land ohne Not mit der Wiederbelebung eines gesellschaftlichen Großkonflikts”, den Rot-Grün bereits gelöst habe, “übrigens mit Zustimmung der Industrie.” Die Menschen seien auch empört über “Merkels Kniefall vor der Atomlobby”, sagt Trittin. Beschlossen sei die Laufzeitverlängerung ohnehin nicht. “Ohne Zustimmung des Bundesrates wird sie nicht in Kraft treten können. Dieser Streit wird vor dem Bundesverfassungsgericht landen.”

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