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Zur Wiederbelebung eines solidarischen Kooperationsgeistes

Wider den Fetischismus nationaler Besonderheiten

Rezension
Die Nation oder Der Sinn fürs Soziale
Marcel Mauss
Campus Verlag 2017

Auszug aus Der FREITAG

Hier setzt ein, was die französischen Herausgeber des Buches als Tendenz zu einer »geschichtsphilosophisch-teleologischen Herangehensweise« bezeichnen und worin angesichts der gegenwärtigen Lage der Weltpolitik sicherlich das eigentlich Herausfordernde der Argumentation von Mauss liegt; er ist der Überzeugung, dass es der mit der Nationalstaatsbildung einhergehende Wandel im moralischen Kollektivbewusstsein für alle Staatsbürger und -bürgerinnen nahelegt, sich für eine staatlich kontrollierte, den genossenschaftlichen Geist befördernde Wirtschaftspolitik einzusetzen und einen friedlichen Austausch mit allen anderen Staatsvölkern herbeizusehnen.

Allerdings stützt Mauss diese optimistische Diagnose nicht allein auf Vermutungen über Wandlungen im kollektiven Moralbewusstsein, sondern noch viel stärker auf Mutmaßungen bezüglich der sozialisierenden Wirkungen der historisch neu entstandenen Kommunikationsmittel; was der wirtschaftliche Zwang zum internationalen Handel an Techniken entstehen lässt, um Verkehrswege abzukürzen, Transfers zu ermöglichen und Absprachen zu treffen, ist nach Überzeugung des Soziologen zusammengenommen dazu angetan, sowohl den inneren Zusammenhalt einer Nation zu stärken als auch den Hang zu einem friedlichen Internationalismus zu befördern.

Liest man heute alle diese zuversichtlichen Prognosen, so drängt sich unweigerlich die Frage auf, welche historischen Entwicklungen deren Realisierung in den letzten beiden Jahrzehnten verhindert haben; nach dem dramatischen Ende des Kalten Krieges machte sich weltweit ja die Hoffnung auf eine Überwindung der Feindseligkeit zwischen den Nationalstaaten breit, die inzwischen durch das Wiedererwachen eines von Mauss bereits befürchteten Fetischismus nationaler Besonderheiten bitter enttäuscht worden ist.

Angesichts solcher Rückschritte lässt sich die weitblickende Studie von Marcel Mauss wohl am ehesten als Skizze eines idealen Entwicklungsverlaufs verstehen, vor deren Hintergrund empirisch zu prüfen ist, welche politischen, kulturellen oder wirtschaftlichen Weichenstellungen es verhindert haben, dass die von ihm prognostizierten Verbesserungen eingetreten sind; gerade der optimistische Überschwang seiner soziologischen Analyse der Entstehung und Zukunft von »Nationen« wäre es dann, der uns heute bei der erforderlichen Aufklärung der weltpolitischen Lage zugute käme. Es bleibt daher nur zu hoffen, dass die vorliegende Studie die Leserinnen und Leser findet, die sie im Sinne einer therapeutischen Unterrichtung über die Verfehlungen der letzten Jahrzehnte zu nutzen wissen.

Axel Honneth
Frankfurt am Main, im August 2017

Quelle: freitag.de

Jamaika – Island in the Sun

Bob Marley

We’re gonna help our people, help them right
O Lord, help us tonight!
Cast away that evil spell
Throw some water in the well,
And smile!

http://www.lyricsfreak.com/b/bob+marley/smile+jamaica_20525660.html

Dazu:

Bob Marley – Satisfy My Soul
youtube

Dazu:

Bob Marley – No people, no cry
youtube

Grüße aus Balkonien

EVERYTHING’S GONNA BE ALRIGHT!

Nein Frau, Weine nicht
Nein Frau, Weine nicht
Komm her kleiner Schatz, vergieß keine Tränen
Nein Frau, Weine nicht

Ich weiß noch, als wir auf dem Platz der Regierung in Trenchtown saßen
und diese Heuchler beobachteten,
Wie sie sich unter die guten Menschen
mischen wollten, die wir getroffen haben.
Gute Freunde haben wir, oh
Gute Freunde haben wir auf dem Weg verloren
In dieser großartigen Zukunft darfst du deine Vergangenheit nicht vergessen
Also trockne deine Tränen, sage ich

Ich weiß noch, als wir auf dem Platz der Regierung in Trenchtown saßen
Und Georgie hat Feuer gemacht
Das Holz brannte die Nächte hindurch.
Dann haben wir Maisbrei gekocht,
Den ich mit dir teilen werde;
Alles, was ich habe um weiterzukommen, sind meine Füße
Also muss ich mich weiter durchbeißen
Doch während ich weg bin, meine ich
Es wird alles gut werden
Es wird alles gut werden
Es wird alles gut werden
Es wird alles gut werden
Ich sage: Es wird alles gut werden!
Es wird alles gut werden
Es wird jetzt alles gut werden
Es wird alles gut werden
http://www.songtexte.com/uebersetzung/bob-marley-and-the-wailers/no-woman-no-cry-deutsch-13d681dd.html

Es passiert nichts - in der SPD

Aus einem NDS-Interview mit dem Macher der ANSTALT:

Diese Wähler, die zunächst angegeben haben, für Schulz zu stimmen, waren Leute, die nach der Agenda 2010 der SPD den Rücken gekehrt haben, dann aber kurzfristig, nachdem Schulz als Kanzlerkandidat angetreten war, die Hoffnung hatten, die Politik der SPD würde sich wieder grundlegend ändern. Das heißt: Die SPD weiß im Grunde genommen genau, welcher Hebel angesetzt werden müsste, um die Partei wieder attraktiver für Wähler zu machen. Und trotzdem passiert es nicht. Was sagt dieses Verhalten über eine Partei aus, die den Anspruch erhebt, die Regierung stellen zu wollen?
NDS

Die Zukunft kommt

… und geht.
Tomi Ungerer, 3SAT

Wir sind die Mehrheit

Für eine offene Gesellschaft
von Harald Welzer

Politisches Buch

Rezension des NDR

Welzer geht es um Grundfragen von Moral und Haltung, es geht ihm ums Ganze. Denn er sieht durch den von ihm konstatierten Wandel der politischen Kultur die Demokratie bedroht.

Eine offene Gesellschaft, wie Welzer in Anlehnung an den Begriff Karl Poppers formuliert, lebt von der Teilhabe aller – das ist ihr entscheidendes Merkmal. Er sieht besonders die öffentlich-rechtlichen Medien in der Pflicht: Diese dürften sich nicht die Themen der Neurechten, wie er sie nennt, aufzwingen lassen: “Wir haben eine verzerrte Kommunkation sowohl in der politischen Öffentlichkeit, als auch in den Medien, wo diese rechten Themen eine totale Dominanz haben, die ihnen überhaupt nicht zukommt. Die Themen, die dort gesetzt werden, sind nicht die Themen der Mehrheit.”

Gesellschaft als Urteil

Klassen, Identitäten, Wege
von Didier Eribon
https://www.perlentaucher.de/buch/didier-eribon/gesellschaft-als-urteil.html

Die Gesellschaft, so der französische Soziologe im Anschluss an Pierre Bourdieu, weist uns Plätze zu, sie spricht Urteile aus, denen wir uns nicht entziehen können, sie errichtet Grenzen und bringt Individuen und Gruppen in eine hierarchische Ordnung. Die Aufgabe des kritischen Denkens besteht darin, diese Herrschaftsmechanismen ans Licht zu bringen.

Dazu:

Text der Rezension in der SZ
“In der Scham über die Vielheit der Diskriminierungen, die die Gesellschaft den Menschen aufzwingt, sieht Eribon die Möglichkeit einer gewaltigen Kraft für den demokratischen Aufbruch.”

Mitternachtsspitzen im Oktober

Satire im WDR
“Demokratie und Demenz”
“Ihre Fluchtursachen sind unser Lebensstil”
Ab 14. Minute
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/mitternachtsspitzen/video-mitternachtsspitzen-im-oktober-106.html

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Das AktionsBündnis oekologisch-soziale Stadtentwicklung gründet sein Selbstverständnis auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art.20a GG). Und auf das Sozialstaatsprinzip (Art.20, 28 GG), das unverzichtbarer Erfolgsfaktor unserer Gemeinschaft war und ist.

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