Habermas liest der Merkel-Regierung die Leviten


Von “tickender Zeitbombe” sprach der Philosoph in der Hertie-School of Governance.

Dazu:

https://www.hertie-school.org/en/events/event-highlights/2017/which-future-for-europe/

Europas gefährliche Ungleichheit

Dem übervollen Auditorium skizziert zunächst Jürgen Habermas den Status quo. Ein “Gefühl der Gereiztheit” verbinde als politische Grundbefindlichkeit derzeit die Bürger Frankreichs und Deutschlands. Zudem sei Europa in der Rolle des Verteidigers liberaler Werte seit Kurzem auf sich allein gestellt. Lösungen ließen sich auf supranationaler – also europäischer – Ebene zwar finden, doch sei Europa tief gespalten.

Die Durchsetzung der Austeritätsmaßnahmen habe zu völlig konträren Sichtweisen auf Europa in den unterschiedlichen Ländern und “zu großer Aggression” geführt. Die strukturellen wirtschaftlichen Ungleichgewichte innerhalb der EU seien eine “tickende Zeitbombe”, die insbesondere die deutsche Bundesregierung entschärfen müsse, so Habermas.

Der Theoretiker des kommunikativen Handelns nutzt gemäß der eigenen Philosophie Gelegenheiten wie diese regelmäßig für eine klare Botschaft: Werde das ökonomische Auseinanderdriften Europas nicht gestoppt, finde der Kontinent auch bei anderen Herausforderungen keinen Konsens.
Quelle: Die ZEIT

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