Emissionsfrei in Regensburg
*Die Stadt von morgen und das kulturelle Erbe* - ein Szenario. Nicht das pro und contra einer altstadtnahen Donauquerung ist zielführend. Entscheidend werden die vielfältigen Antworten auf die Frage sein: Wie könnte eine nachhaltige Mobilität im Jahre 2050 aussehen und auf welche Maßnahmen kann sich die Regensburger Zivilgesellschaft heute und in den nächsten 3, 5 und 10 Jahren verständigen? Sie haben nachfolgend die Möglichkeit, Ihre konstruktiven Beiträge einzustellen, damit die Diskussion auf eine andere Denk- und Handlungsebene gelenkt werden kann. Aufgrund welcher Werte und Zielvostellungen soll die Erreichbarkeit der historischen Altstadt samt Stadtamhof als Weltkulturerbe realisiert werden - heute und morgen?Woran mag es liegen, dass sich RVB nicht auf Innovatives einlassen – auf einen zentralen, nur welterbe- und altstadtbezogenen, emissionsfreien Busverkehr mit kleineren (15-20) Kapazitäten, dafür zahlenmäßig ausreichenden Einheiten, die auch eine Schleife über die sanierte Steinerne Brücke einschließlich Steinweg fahren?
Zu fragen ist: Überzieht man die Schutzwürdigkeit des herausragenden Denkmals STEINERNE BRÜCKE nicht, indem man sie ihrer ureigenen Funktion beraubt? Und dadurch, durch den geplanten neuen Brückenbau, irreparable Schäden für die Stadtlandschaft, wogegen sich bereits Prof. Greipl (Westtrasse) machtvoll ausgesprochen hat, hervorruft?
Und würde man dieser zweifelsfrei bestehenden Schutzwürdigkeit der St. Brücke nicht auch dadurch gerecht, dass man einen “kleineren, leichteren” und innovativen, emissionsfreien ÖPNV für die unter Welterbe stehende Altstadt samt Stadtamhof maßschneidert? Als best-practise Beispiel für alle mittelalterlichen Welterbestätten?
Als historisches Vorbild könnten die JEEPNEYS in Manila dienen: auf europäische Verhältnisse modifiziert und mit einer Technik des 21. Jahrhunderts ausgestattet.
Gefördert von der EU, von der UNESCO (Welterbeschutz hinsichtlich der alten Bausubstanz), von Berlin und von München. Unter dem Motto: “DIE STADT VON MORGEN UND DAS KULTURELLE ERBE� , so lautet ein Titel eines EU-Förderprogramms.
Natürlich müssten in einem solchen Szenario die großen Buslinien aus der Altstadt genommen werden; diese würden die Altstadt nur noch tangential anfahren und problemlos Anschluss geben an die für das Regensburger Welterbe maßgeschneiterten, emissionsfreien Kleinbusse, die stetig und in ausreichender Anzahl die ACHT (zwischen Altstadt, Steinerner Brücke und Steinweg) befahren.
DER WEG ENTSTEHT IM GEHEN …
Nachhaltige Mobilität im 21. Jahrhundert braucht neue Gedankenansätze, frische Beweglichkeit und viele, viele Mosaiksteine ….. wie etwa die schon vor etwa 10 Jahren vom VCD vorgelegten Brückenprojekte, um für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr vom Norden aus in die Altstadt neue, bequeme und sichere Anreize zu geben, das eigene Mobilitätsverhalten zu ändern …..
P.S.
Kommentare, diese Gedanken weiterzuführen iS eines positiven Brainstormings (1. Stufe – “flow”) sind willkommen!
Hierzu noch ein paar Inputs (wird ergänzt)
1.
“Ist denn wirklich so schwer zu verstehen, dass diejenigen, die auf dem Oberen Wöhrd, am Gries oder an der Holzlände seit Jahrzehnten oder erst seit kurzer Zeit wohnen, dort ihre Häuser gebaut, gekauft oder mit großer Liebe saniert haben, deren Kinder und Enkel dort aufwachsen, angesichts der Tatsache, dass künftig pro Jahr etwa 109.000 Busse an ihren Häusern vorüberfahren, Gas geben oder bremsen werden, andere Prioritäten setzen als diejenigen, die überspitzt gesagt am Rennplatz wohnen und als Kaufleute in der Fröhlichen Türkenstraße ihr Geld verdienen müssen?
Leiden die wirklich geduldigen und stoischen Wöhrd-Bewohner entlang der geplanten Westtrasse nicht ohnehin zweimal pro Jahr schon unter zahlreichen betrunkenen Dult-Rowdies, die allnächtlich Gartenzäune beschädigen oder sonstiges anrichten? Der Vorwurf, durch Partikularinteressen oder Egoismus einiger Weniger werde das Allgemeinwohl behindert, wie dies in der Diskussion nicht nur einmal behauptet wurde, kann und darf nicht unwidersprochen bleiben.”
Quelle: Peter Morsbach, Planungsdialog
2.
“Neue Gebäude, neue Verkehrssysteme und bessere Zugangsmöglichkeiten zu den historischen Stadtzentren für die lokale Bevölkerung wie für Touristen sind wichtig. Aber die Planung muss auch der Notwendigkeit zum Schutz der historischen Bauten und Museen Rechnung tragen. So lagern sich zum Beispiel die in den Dieselabgasen enthaltenen Partikel als schwarzer Belag auf den Gebäuden ab und verursachen erhebliche Instandhaltungskosten. Diese Schäden müssen genauso Eingang in die Kosten-Nutzen-Analysen der Behörden finden wie die gesundheitlichen Folgen. Die Leitaktion wird bei der Entwicklung der Instrumente helfen, die wir brauchen, um die Erhaltung unseres kulturellen Erbes – und ihre Kosten – in den Prozess der Stadtplanung einzubeziehen.”
Quelle:
DIE STADT VON MORGEN UND DAS KULTURELLE ERBE
Inhaltsübersicht unter
http://cordis.europa.eu/eesd/ka4/contents_de.htm
3.
Überleben ohne fossile Energieträger? – Geht unser Zivilisationsmuster zu Ende?
Quelle: SZ
Kommentare
Ihr Kommentar
Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen
