Bedroht: Unsere freie Gesellschaft


Was auf dem Spiel steht
von Philipp Blom
Hanser-Literaturverlage

Der Autor analysiert die gegenwärtigen Umbrüche und macht deutlich, was wir tun und unterlassen müssen, um unsere humane Gesellschaft zu retten.

Ein Weiter-so, wie es auch die Berliner Einheitspolitik signalisiert, wäre fatal: “Wir hausen in den verfallenden Strukturen eines Nachkriegstraums”, schreibt der Autor und nennt Roß und Reiter. Ein Weckruf. Gerade auch für die sog. Politik- und Wirtschaftselite. Aber auch Pflichtlektüre für die 82 Millionen Mitglieder des geforderten Deutschlands, deren Führer, Angela Merkel voran, den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt haben – so scheint es. Man betrachte nur den “Wahlkampf”; selbst der soll wohl ausgesessen werden.
mkv

Dazu:

Die Trägheit des politischen Systems im Westen macht wenig hoffnungsvoll, dass rechtzeitig umgedacht wird. Blom bekennt sich zu seinen Zweifeln, zitiert den Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der Demokratien bescheinigt, sie seien dazu da, Entscheidungen zu verzögern.

Die Vulkan-Tänzer
Als wolle sie das bestätigen, lud die Kanzlerin bei der Vorstellung des CDU-CSU-Wahlprogramms die Deutschen ein: “Hier können Sie einfach noch mal ein bisschen träumen, was Sie glauben, was für die nächsten vier Jahre notwendig ist”. Statt eines Flashbacks in die Jahre Ludwig Erhards hält Philipp Blom einen Vergleich der Gegenwart mit der Epoche zwischen 1918 und 1932 für passend. Hat er Recht, dann tanzt die Welt gerade selbstgewiss auf einem Vulkan. Deshalb der Titel “Was auf dem Spiel steht”. Nämlich alles.

SWR

Dazu:
Rezension in der Süddeutschen Zeitung

Alles schwankt
Klimawandel, anti-moderne Revolte, Konsumkapitalismus in der Krise: Philipp Bloms Streitschrift wider den nahenden Untergang.

“Die Menschen sind bequem, haben sich gemütlich eingerichtet in der bösen Welt des Konsums und sehen die Gefahren (aber auch die Chancen) nicht, wenn die Welt in weniger als 30 Jahren eine komplett andere sein wird.”

(…)

“Viele Argumentationsstränge leitet Blom aus dem Zeitalter der Aufklärung – ein weiteres Spezialgebiet des in Wien lebenden Wissenschaftlers – ab, er erklärt, wie Liberalismus und Marktwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zum Traumpaar wurden und warum das heute aus seiner Sicht nicht mehr funktioniert. Er analysiert brillant, wie gerade der “autoritäre Traum” erblüht und wie die “konservative Revolte” ihre gefährlichen Schlüsse aus dem nahenden Umbruch zieht.”
Robert Probst
SZ

Ihr Kommentar

Textile-Hilfe

Inhalt

Links

RSS Feeds

Suche